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Friedlicher Austausch bei Datteln und Suppe

Begegnung der Kulturen: Gemeinsames Fastenbrechen in der Mensa 1 der TU. Foto: Schonlau

Mehr als 500 Teilnehmer trafen sich zum traditionellen Fastenbrechen der Muslime in der TU.

Von Sigrid Schonlau, 28.06.2017

Braunschweig. Am vergangenen Samstag endete der Fastenmonat Ramadan für die Muslime. Zuvor allerdings wurde in der Mensa 1 der TU noch einmal zusammen das Fastenbrechen gefeiert. Eingeladen hatten der Rat der Muslime und die Union muslimische Studenten.

Fasten bis Sonnenuntergang? „Reine Kopfsache“, meint Tischnachbar Nuri, und die anderen nicken zustimmend. „Die ersten Tage sind ein bisschen gewöhnungsbedürftig, während der Körper sich umstellt. Aber danach hat man sich darauf eingestellt, den Tag über nichts zu essen oder zu trinken. Und dann ist es richtig gut. Man fühlt sich super nach dieser Zeit“, fügt er hinzu.
Rund 500 Studierende und 80 Gäste aus Religion, Politik, dem sozialen Bereich, Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft, Medien, der Stadt Braunschweig und ehrenamtliche Mitarbeiter der Gemeinden haben sich versammelt. Die Tische sind schon mit süßen Nachspeisen dekoriert, für jeden und jede liegt eine eingepackte Dattel mit einem Segensspruch bereit – eine Sechs-Stunden-Aktion von einigen muslimischen Studentinnen, die die Zettelchen ausgedruckt, geschnippelt und an die in Folie eingewickelte Dattel geknüpft haben. „Eine Riesenarbeit,“ stellte Saban Yabas, Vorsitzender des Rates der Muslime (RdM) strahlend fest. „Ich freue mich sehr darüber.“ Und freuen konnte er sich insgesamt über diese gelungene Veranstaltung, bei der zum ersten Mal die Union Muslimischer Studenten (UMS) und der Rat der Muslime (RdM) kooperierten und an der neben Bürgermeisterin Anke Kaphammel unter anderem auch die neue Generalkonsulin der Türkei in Hannover, Banu Malaman, teilnahmen.

Bei allen unterschiedlichen Akzenten, die die Redner ihren Ansprachen gaben, wurde eines deutlich: Gemeinsam war ihnen ihr Wunsch nach einem friedlichen und kooperativen Miteinander in dieser Stadt, jenseits von Terror und Gewalt. Und das, so der ebenfalls einhellige Tenor, sei auch der eigentliche Gehalt der muslimischen Religion. Um Vorurteile abzubauen, Missverständnisse zu beseitigen und sich jenseits aller Unterschiede auf friedliche Formen des Miteinanders zu verständigen, sei es deshalb wichtig, miteinander zu reden, statt übereinander, betonte Bürgermeisterin Kaphammel.

Und wo geschieht das besser als beim gemeinsamen Essen? Während die Comedians noch ihre Witze machen, wird langsam aufgetischt. Die Unruhe im Saal wächst, und dann ist es endlich soweit. Die Servietten werden gerichtet, die Deckel von den Suppen gelüftet: Um kurz vor zehn gibt’s Abendessen.
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1 Kommentar
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Ralf Kumbartzky aus Rüningen | 10.07.2017 | 16:07  
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