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Friedlich, fröhlich, einfach schön

„Braunschweig international“ lockte gestern Tausende Besucher auf den Kohlmarkt.

. Von Marion Korth, 02.06.13

Braunschweig. Grauer Himmel, kalter Wind und im Kontrast dazu lauter fröhliche Gesichter. Kollektives Aufatmen nach dem vorangegangenen Regen. Ein Glücksfall für die vielen Vereine und Verbände, die gestern auf dem Kohlmarkt zeigten, wie international Braunschweig ist.

Vor der Bühne drängten sich die Menschen, um sich die vietnamesische Modenschau anzugucken. Vor den Ständen ging es nicht weniger turbulent zu. An die 140 verschiedene Nationen leben in Braunschweig. Nicht alle haben einen eigenen Stand aufgebaut, aber das Bild des friedlichen Miteinanders stimmt an diesem Nachmittag.
In Wolfsburg marschierten zur gleichen Zeit die Rechten auf. „Menschenverachtend“, nennt Dietmar Schilff von der Gewerkschaft der Polizei ihre Parolen. Er ist froh, dass den rund 450 Neonazis 4000 Menschen gegenüberstanden, die für ein freiheitliches und friedliches Deutschland stehen und dies auch zeigten.

„Es ist so bunt und schön hier“, sagt Jae-Bog Meyerholz. Am Stand des städtischen Büros für Migrationsfragen informiert die gebürtige Koreanerin über die verschiedenen Integrationsangebote der Stadt. Ziemlich neu ist das Projekt der interkulturellen Stadtführungen, die Migrationsgeschichte und -geschichten im städtischen Leben beleuchten sollen. Wer sich dafür interessiert, kann sich in die ausliegenden Listen eintragen. Über mangelnde Resonanz beschwert sich hier niemand, ganz im Gegenteil, der Zulauf ist gewaltig.
„Sie hätten früher kommen müssen, da hatten wir noch viel mehr“, sagt Tatjana Decker. Immerhin, einige süße Hefeteigschnecken sind noch im Angebot. Im Deutsch-Slawischen Kulturverein treffen sich Usbeken, Kasachen, Russen oder auch Deutschstämmige, um gemeinsam zu singen und zu tanzen. „Wir kommen alle aus der ehemaligen Sowjetunion, das verbindet uns“, sagt Lada Schlosser. Im Verein ist jeder willkommen, 60 Kinder sind allein in den Tanzgruppen aktiv. „Und wir nehmen keine Beiträge“, betont Victoria Decker. Die Frauen in ihren farbenfrohen Trachten tun optisch alles dafür, dieses multikulturelle Fest zu einem bunten Fest zu machen. Vor allem aber ist es die Vielfalt, die an „Braunschweig international“ immer wieder begeistert.
Nur ein paar Schritte weiter hat zum Beispiel die arabische Gesellschaft ihren Stand aufgebaut, schräg gegenüber mixen Haitianer karibische Cocktails. „Mit oder ohne Alkohol“, wie gleich betont wird. Direkt in Braunschweig leben nur etwas über 30 Menschen aus Haiti, aber beim Fest mischen (und mixen) fast alle aktiv mit. Gebratener Fisch, Kochbananen oder auch Salat aus roten Bohnen sind Beispiele für die traditionelle Landesküche.
„Braunschweig international„ bietet jedoch mehr als den Rahmen für einen kulinarischen Streifzug. Der Braunschweiger Förderkreis der Oikocredit-Genossenschaft informiert über die Möglichkeiten sozialer Geldanlagen in Schwellen- und Entwicklungsländern. Überhaupt wurde an vielen Ständen um Unterstützung für soziale Projekte wie Waisenhäuser geworben.
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