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Georg-Eckert-Institut verlieh erstmals Forschungspreis an Geografin Dr. Alexandra Budke

Von Martina Jurk, 28.03.2010

Braunschweig. Ihre Vita liest sich wie ein Roman. Auf zwölf Din-A4-Seiten stehen die Daten von Studium, Promotion, Lehrveranstaltungen, Tätigkeiten in sieben Ländern, Vorträgen, Publikationen – und dass sie Mutter von drei Kindern ist. Die Potsdamer Geografin Dr. Alexandra Budke erhielt den Forschungspreis des Georg-Eckert-Institutes, der erstmals in diesem Jahr verliehen wurde.

Die 37-Jährige erhielt den Preis für ihre Habilitation über die ideologische Erziehung im Geographieunterricht der DDR – ein bislang weißer Fleck in der Forschungslandschaft. Der mit 2500 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre für wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der internationalen Bildungsmedienforschung verliehen.
Die Auszeichnung kommt aus Braunschweig, hat aber eine viel weitreichendere Bedeutung. Freund- und Feindbilder werden maßgeblich in der Schule geprägt. Geschichts- und Geographie-Lehrbücher permanent zu überprüfen und zu ändern – im Sinne der internationalen Verständigung – ist das Kernziel der Arbeit des Georg-Eckert-Institutes. „Wie der Name schon sagt, ist das Institut ein internationales Forschungszentrum. Den besten Arbeiten des wissenschaftlichen Nachwuchses Aufmerksamkeit zu verschaffen, diejenigen zu würdigen, die das Fach voranbringen, ist der tiefere Sinn des Forschungspreises“, sagte die Direktorin des Georg-Eckert-Institutes, Professor Dr. Simone Lässig. Von mehreren Bewerbern seien drei in die engste Wahl gekommen. Bewertet worden seien die Arbeiten von sechs Jurymitgliedern.
Warum die Entscheidung zugunsten Alexandra Budkes Habilitationsschrift „…und der Zukunft zugewandt“ ausfiel, liegt nicht allein am Neuland, das die Autorin betreten hat. „Die Herangehensweise an das Thema und die methodische Überzeugung sind Kriterien der Preisverleihung“, so die Direktorin.
Alexandra Budke geht davon aus, dass bestimmte professionelle Handlungsmuster, die Geographielehrer vor 1989 erworben haben, bis in die Gegenwart ihren Unterricht beeinflussen und sie auch die aktuelle Entwicklung des Faches vor diesem Hintergrund beurteilen. Die Autorin untersuchte dazu die strukturellen bildungspolitischen Rahmenbedingungen, um sich dann Lehrplänen und Schulbüchern zu widmen, die den Geographieunterricht als bildungspolitisches Konstrukt deutlich werden lassen. Im empirischen Teil, durch Interviews mit Lehrern und Schülern, versucht sie den Geographieunterricht in der DDR für den Zeitraum von 1966 bis 1990 als Handlungsresultat der am Unterricht beteiligten Akteure zu fassen. Im letzten Teil der Arbeit werden die unterschiedlichen Entwicklungen und Bewertungen des Geographieunterrichts von 1989 bis in die Gegenwart aus Lehrer- und Schülerperspektive und damit seines Weiterwirkens auch nach dem Ende der DDR aufgenommen.
Die preisgekrönte Arbeit Budkes wird in der Reihe „Eckert. Die Schriftenreihe. Studien des Georg-Eckert-Instituts zur internationalen Bildungsmedienforschung“ des Institutes publiziert.
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