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Flucht in die digitalen Welten

Roel Adams „No Mans Land“ feierte im Haus Drei in deutschsprachiger Erstaufführung Premiere.

Von André Pause, 11.12.2011.

Braunschweig. Ein Vorhang, der an einen überdimensionalen Fliegenschutz erinnert, trennt auf der Bühne die Erwachsenen- von der Kinderwelt.

Hinter ihm leben sich in reduzierter Wohnzimmerkulisse die Eltern (Nina El Karseh und Holger Foest) auseinander, davor rappt Tochter Nele (Lysann Schläfke) in einem Berg voller Kuscheltiere ihre Anklagen.
Roel Adams Jugendstück „No Mans Land“, das jetzt in deutschsprachiger Erstaufführung im Haus Drei Premiere feierte, setzt sich mit den Gefahren des Internets, einer mit dem World Wide Web einhergehenden Vermengung von Virtualität und Wirklichkeit, aber auch mit Problemen in der Kommunikation zwischen Eltern und Kindern in einer technisch komplexer werdenden Welt auseinander.
No Mans Land-Nele ist sauer, dass sich ihre Eltern trennen. Der Vater zieht mit dem Hinweis „Wir können ja Skypen“ aufs Land, die Mutter verfällt dem Alkohol. Die Tochter ist auch in ihrer Klasse Außenseiterin. Das belegen die wenig schmeichelhaften Kommentare der Kameraden. Sie werden zu projizierten Bildern vom Band abgespielt. Nele flüchtet in die digitale Parallelwelt. Ihr Vater schickt ihr scheinbar aus Versehen eine Datei namens Anubis. Sie solle diese Datei auf keinen Fall öffnen, meint der Papa. Aber genau das tut die pubertierende Göre und begegnet prompt Kisho.
Der perfekte Junge aus dem Internet verführt Nele dazu, ihre Identität abzulegen und Prinzessin Zelda zu werden. Wird sie das wirklich tun? Und welche Rolle spielt Neles Vater? Nur eines sei hier verraten: Nicht immer gehen Geschichten so versöhnlich aus wie in diesem temporeichen Stück.
Weitere Vorstellungen gibt es am 13. Dezember um 12 Uhr, am 14. Dezember um 10 und um 18 Uhr sowie am 15. Dezember um 12 Uhr im Haus Drei.
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