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Flandern siegt am Lünischteich

Großes Ritterturnier in Riddagshausen mit rund 300 Darstellern – auch heute noch Programm

Von Ingeborg Obi-Preuß

Braunschweig. „Die Untertanen könnten etwas begeisterter sein, wenn der König einreitet“, rief Kulturdezernent Wolfgang Laczny zu mehr Jubel auf. Das Volk gehorchte, König und Gefolge zogen ein, „das Turnier möge beginnen“, verkündete ein sanftmütiger Herrscher.

Rund 5000 Zuschauer standen dicht gedrängt um den Kampfplatz, als das berittene Turnier zu Ehren Otto IV. gestern begann. „Otto war der dritte Sohn Heinrichs des Löwen“, erklärte Laczny kurz, „erzogen wurde er von seinem Onkel Richard Löwenherz, ganz sicher bekam er auch eine Ausbildung in Kampftechniken.“
In solchen, wie sie sich an diesem Wochenende ganz aus der Nähe erleben lassen. „Tauchen Sie ein in die Welt des Mittelalters“, lud Laczny ein, „erleben Sie Kämpfe um Mut und Ehre, aber schauen Sie auch, wie ärmlich das Leben damals war.“ Ein Lager rund um die Kampfbahn lässt mittelalterlichen Alltag lebendig werden. Roland von Utkeerke aus Flandern hat gestern seine Mitstreiter in den strahlenden Rüstungen blass aussehen lassen. Der flandrische Ritter, vom Herold anfangs noch als „Tomatenzüchter“ verspottet, legte sich mächtig ins Rüstzeug und ließ die Konkurrenz weit hinter sich. Auf seinem prächtig geschmückten Pferd donnerte er die Kampfbahn herunter und meisterte so gut wie jede ihm gestellte Aufgabe. Gleich beim ‘Hälse schlagen’, „unserer barbarischsten Übung von allen“, wie der Herold sie lustvoll angekündigt hatte, säbelte der Ritter aus Flandern die Häupter nur so ab. Fürs Turnier musste der Schlag auf Helme reichen, aber auch das war mächtig eindrucksvoll.
Insgesamt neun Kämpfer waren im Einsatz, wetteiferten in verschiedenen Disziplinen gegeneinander: Ringlein stechen gehörte ebenso dazu wie das Reiten „auf die Sau“, und „auf den Herold“ einen Weinkelch im Galopp ergreifen war gefordert und schließlich – so erklärte es der Herold – auch „das Spiel der Säcke mit dem Sack“.
In glänzenden Rüstungen und unter klangvollen Namen gingen die Ritter an den Start, am Ende zählte nur ein Name: Roland von Utkeerke. Diesmal musste das Volk nicht um mehr Jubel gebeten werden, die Musik spielte auf, die Menschen feierten den Sieger, der König nickte gnädig.
Das Ritterspektakel ist heute noch ab elf Uhr zu erleben, auch das Turnier wird ab 14. 30 Uhr ausgetragen. Bis 18 Uhr kann das mittelalterliche Lager mit rund 90 historischen Zelten besucht werden, Handwerker und Künstler sind am Werk, Zigeunerspieß, Stockbrot und mehr im Angebot. Vom Gelände der Heinrich-der-Löwe-Kaserne in Rautheim aus gibt es einen kostenlosen Park&Ride-Transfer.
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