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Finger weg von meiner Paranoia

Marc-Becker-Komödie „Im Namen der Sicherheit“ im Kleinen Haus – Noch drei Vorstellungen.

Von André Pause, 04.01.2012.


Braunschweig. „Lassen Sie Ihr Gepäck niemals unbeaufsichtigt“, tönt es zu Beginn der Marc-Becker-Inszenierung „Im Namen der Sicherheit“ aus dem Off im Kleinen Haus. Mantrahaft, immer und immer wieder.

Mann, Hans Adamski (Tobias Beyer), könnte es ja sonst vergessen. Der erfolgreiche Investmentbanker steht am Flughafen. Seine ausgesprochenen Gedanken kreisen um sein tolles Leben, das sogar noch toller ist, seit er die bildhübsche Moderatorin Laura von Bergen (Louisa von Spies) vor kurzem im Fahrstuhl des Designerlampenladens „Lichte Momente“ kennen und – quasi vom Fleck weg – lieben gelernt hat. Alles könnte so schön sein, hätte der Mann nicht eine geisterhafte Begleiterin: eine ausgewachsene Paranoia. Der Gedanke, seine soeben Angetraute könnte ihm untreu sein oder werden, raubt Adamski den Verstand und lässt ihn am Ende vollkommen meschugge werden. „Das Böse lauert überall, womöglich auch in dir selbst?“, orakelt er.
Womöglich. Jedenfalls setzt er seinen besten Freund Georg Womser (Daniel Fries), einen an und für sich erfolglosen Künstler, als Treuetester auf seine Frau an. Dieser lässt sich äußerst widerwillig darauf ein. Die arrangierten Treffen mit Laura und Georg gestalten sich herrlich krampfig.
Überhaupt: Dass die alte Misstrauensgeschichte in der reduzierten Kulisse des Kleinen Hauses im Rahmen der Möglichkeiten gelingt, ist zuvörderst dem souveränen Schauspielertrio zu verdanken. Beyer, Fries und von Spiesentwachsen den reichlich klischeehaft gezeichneten Charakteren von Autor und Regisseur Becker das ein oder andere Mal.
„Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen der wird am Ende beides verlieren“ – das Zitat des US-amerikanischen Staatsmannes Benjamin Franklin und diesbezügliche Überlegungen hat Becker seinem Stück vorangestellt. Auf diese Weise gelingt eine nette, den Zeitgeist treffende Komödie. Die gewollte politische Dimension des Spielzeitoberthema „Gesellschaftsvertrag“ bleibt dagegen weitestgehend unberührt.
Weitere Vorstellungen sind am 8. und 22. Januar sowie am 24. Februar zu sehen.
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