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Filmfest: Sanddorn macht das Kino voll

Szene aus der „Sanddorn“-Folge „Naomi“, die am 13. November beim Filmfestival zu sehen ist. Foto: oh
 
Jonas Jarecki und sein Team sind mit zwei Folgen der „Sanddorn“-Reihe beim Filmfestival dabei. Foto: André Pause

Die neue Film-Festival-Reihe „Heimspiel“ widmet sich Arbeiten aus oder über Braunschweig.

Von André Pause, 05.11.2016.

Braunschweig. Das hat beim Internationalen Filmfestival bislang gefehlt: eine Reihe, die zumindest auszugsweise abbildet, was die Braunschweiger Filmszene hergibt.

„Das können Filme sein, die in der Stadt entstanden sind, die hier spielen, aber auch Produktionen, an denen Braunschweiger maßgeblich mitgewirkt haben“, skizziert Festivalsprecher Frank Terhorst. Die neue Reihe „Heimspiel“ widmet sich nun jenen Filmen, die auf irgendeine Art und Weise regionale Verwurzelung dokumentieren. Dabei müssen die Werke keinesfalls im hiesigen Hochschulkontext – beispielsweise im Rahmen der HBK-Filmklasse – entstanden sein. Auch außerhalb der Bildungseinrichtungen werden fleißig Filme hergestellt, die – durchaus ambitioniert – brisante aber auch komplexe Themen wie Flucht, Reise oder Fantasiewelten in den Fokus rücken.

In „1000 Mexikaner“ etwa erzählt Regisseur Philipp Scholz den Roadtrip zweier Freunde. HBK-Filmklasse-Absolventin Julia Ostertag blickt mit „Dark Circus“ avantgardistisch in ein okkultes Paralleluniversum., und Lars Jordan skizziert mit „Dexit“ ein politisch aufgeladenes, skeptisches Zukunftsszenario.
Einen ganz anderen Ansatz verfolgen Jonas Jarecki (26) und sein junges Filmteam mit der Krimireihe „Sanddorn“, die sich in der Region zunehmender Beliebtheit erfreut. Die bislang erschienenen vier Folgen sind Adaptionen der Braunschweig-Krimis von Autor Dirk Rühmann. Den hat Filmemacher Jarecki, der sich vor etwas mehr als zehn Jahren auf Familienfeiern erstmals die Kamera des Vaters schnappte und losdrehte, über das Internet kennengelernt.

Mit den Arbeiten an den „Sanddorn“-Folgen ab März 2015 hat sich der Versicherungsaußendienstler mit Nebengewerbe ein ansehnliches Film-Netzwerk aufgebaut: „Es läuft eine Menge über Vitamin B, gerade bei den Profis, die wir bislang gewinnen konnten“, findet Jarecki. Frank Montenbruck („Stromberg“) war der erste externe Schauspieler, der zum Braunschweiger Kernensemble um Thomas Hupe in der Rolle des Chefermittlers Sanddorn gestoßen ist. Im aktuellen Streifen „Naomi“, der beim Filmfestival am 13. November (13 Uhr, C1) im Doppel mit der dritten Folge „Das Haus an der Wabe“ gezeigt wird, ist die aufstrebende Helena Steiger mit von der Partie.

Gage zahlen kann der Regisseur seinen Stars übrigens nicht – sie machen mit, weil sie vom Konzept der actionreichen, lokal colorierten Geschichten Jareckis überzeugt sind. Übertreiben möchte der Filmemacher es mit Leuten von außen ohnehin nicht: „Ich habe ein Kernteam, das eine tolle Leistung abliefert. Außerdem sind die Darsteller aus Braunschweig ja das, was die Sache ausmacht. Neben dem Umstand, dass wir viel von der Stadt an sich zeigen.“

Wer sich die „Sanddorn“-Folgen im C1 anschauen möchte, muss rechtzeitig kommen – und Glück haben. Der Vorverkauf für die 230 Plätze wurde bei hälftiger Auslastung zwischenzeitlich schon gestoppt. Ein Trost für die, die nicht dabei sein können: Auch die neue Folge ist für 9,99 Euro im Handel erhältlich.
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