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Fasten als spirituelle Erfahrung

Fastenbrechen in der Hilde 27: Der Rat der Muslime lud ein zum gemeinsamen Essen.

Von Marc Wichert, 19.08.2012.


Braunschweig. Das Wasser in den Glasflaschen wurde langsam wärmer, die Gläser auf den gedeckten Tischen in der Hilde 27 blieben trocken, zumindest noch für die kommende Stunde bis Sonnenuntergang. Es ist Ramadan, für die Muslime der traditionelle Fastenmonat, der in diesem Jahr in den heißen August fällt.

Wo gefastet wird, da wird auch irgendwann wieder gegessen – und so lud der Rat der Muslime Braunschweig zum gemeinsamen Fastenbrechen ein, und neben Gemeindemitgliedern kamen Vertreter aus Politik und Wirtschaft, Vertreter von Christen und Juden. Und obwohl es im Innern fast so heiß war wie vor den alten Mauern der ehemaligen Turngerätefabrik, blieben die Gäste standhaft, die Sonne schien schließlich noch um kurz vor acht am Abend. Da haben die allermeisten der Anwesenden schon seit 16 Stunden nichts mehr zu sich genommen, wie ein Tischnachbar erklärte. „Um drei bin ich aufgestanden, habe gut gegessen und um vier Uhr das letzte Mal etwas getrunken.“ So sei die Vorschrift, und es schien nicht, das die Fastenden unter den Gästen besonders unausgeglichen waren, wie man erwarten könnte, wenn bei Temperaturen von 25 Grad Celsius von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang nichts getrunken und gegessen wird. Im Gegenteil, geduldig lauschten die Männer, Frauen und Kinder der Rezitation von Koranversen, dem Grußwort des Sprechers des Rates der Muslime Braunschweig, Hayri Aydin, der den Ramadan als Zeit der Gastfreundschaft bezeichnete. Lauschten dem Kinderchor und der Rede des türkischen Generalkonsuls, für den Ramadan eine Zeit des Teilens ist, jener des Oberbürgermeisters, der die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und Rat der Muslime lobt, und sie hörten die Ausführungen des Islam- und Erziehungswissenschaftlers Dr. Ali Özdil, für den das Fasten auch eine spirituelle Erfahrung sei. Fast spirituell war dann auch der Duft orientalischer Speisen, der vom Büffet herüberwehte und das eigentliche Fastenbrechen für alle zum Genuss werden ließ.
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