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Erinnerungen an den 9. November

Das nächste Wochenende steht im Zeichen von Novemberrevolution und Reichspogromnacht

Von Ingeborg Obi-Preuß

Braunschweig. Am kommenden Wochenende wird in mehreren Veranstaltungen an den 90. Jahrestag der Novemberrevolution erinnert und den Opfern der Reichspogromnacht 1938 gedacht.

Im Mittelpunkt steht das Benefizkonzert des Staatstheaters zugunsten der jüdischen Gemeinde: In einem Kraftakt ist es dem Team um Orchesterdirektor Martin Weller gelungen, die Eisenbahnunterführung Helmstedter Straße als Aufführungsort zu realisieren. „Dies ist ein historischer Deportationsweg“, sagt Weller, „wir wollen ein ganz klein wenig von dem Elend der tagelang in ungeheizten Zügen eingesperrten Menschen fühlbar machen.“ Deshalb wird für das Konzert zwar ein Windschutz gespannt, aber nicht geheizt. Auch die Züge werden weiterfahren. „Diese Störungen sind gewollt, sie gehören zum Gedenken“, sagt Weller. Gespielt werden Werke von Schulhoff, Korngold und Mahler, Komponisten, deren Werke von den Nationalsozialisten als „entartet“ verboten wurden. Das Orchester und auch die Solisten – Susanna Pütters, Tobias Haaks und Malte Roesner – treten ohne Gage auf. Das Konzert wird 50 Minuten dauern, im Anschluss wird es noch kurze Gedenkansprachen geben. Karten gibt es für zehn Euro im Staatstheater, telefonisch unter 1 23 45 67 oder direkt am Veranstaltungsort. Das Konzert beginnt um 15 Uhr. Die Helmstedter Straße bleibt von Samstag, 9 Uhr, bis Sonntag, 9 Uhr, gesperrt, die Tram-Linie M4 wird umgeleitet.
Um 13 Uhr startet ein Gedenkspaziergang vom Bündnis gegen Rechts zu historischen Orten in der Innenstadt. Hier soll an den 90. Jahrestag der Novemberrevolution erinnert und den Opfern der Reichspogromnacht gedacht werden. Start ist am Kohlmarkt, Ende an der Gedenkstätte Schillstraße, anschließend ist das Archiv zur Besichtigung geöffnet.
90 Jahre Novemberrevolution 1918/19 heißt ein Kolloquium am Sonnabend (8. November) von 11 bis 17 Uhr im Landesmuseum. „Mythos und Wirklichkeit dieses wichtigen Datums in der deutschen Geschichte werden einer historisch-kritischen Würdigung unterzogen“, heißt es in der Einladung. Vorträge und Diskussionen stehen auf dem Programm, die Moderation übernimmt Dr. Hans-Ulrich Ludewig. Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Begleitpublikation „Von der Monarchie zur Demokratie. Anmerkungen zur Novemberrevolution 1918/19 in Braunschweig und im Reich“ ist im Buchhandel und im Landesmuseum erhältlich.
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