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Erinnerung an die ferne Heimat

Fomo Tatah und Imeie Shashivari (v.l.) gestalten „Heimat im Koffer“ aktiv mit. Foto: Jurk

Interkulturelles Projekt „Heimat aus dem Koffer“ vom 26. bis 30. August im Heidberg.

Von Martina Jurk
Braunschweig, 21.08.2015. Fomo Tatah und Imeie Shashivari wissen, wie es ist, die Heimat zu verlassen. Nur wenige Dinge konnten die beiden Frauen aus Kamerun und dem Kosovo mitnehmen. Was Einwanderern so wichtig war, dass gerade diese Erinnerungsstücke Platz im Koffer fanden, ist Gegenstand des interkulturellen Projekts „Heimat im Koffer“. Veranstaltet wird es von der Awo-Migrationsberatung mit dem integrativen Stadtteilprojekt „Heidberg aktiv“ sowie zahlreichen Kooperationspartnern vom 26. bis 30. August.

Zum zweiten Mal findet „Heimat im Koffer“ im Heidberg statt, insgesamt schon zum vierten Mal. Veranstaltungsort ist die St.-Thomas-Gemeinde, Bautzenstraße 26, im Heidberg.
In einer Ausstellung werden Erinnerungsstücke gezeigt, die auf kulturelle Vielfalt und Identitäten schließen lassen und die ganz persönliche Geschichten erzählen. 30 Aussteller haben zugesagt, darunter aus dem Iran, den Philippinen, aus Kenia, Vietnam, den USA, Syrien und osteuropäischen Ländern. Auch Fomo Tatah ist dabei mit Kleidern und einem Bild. „Die Kleider sind mit Muscheln geschmückt. Diese Muscheln wurden früher im Kamerun als Währung benutzt. Das ist die Verbindung zu meinen Vorfahren.“ Ein Kleid hat die 36-jährige Fomo von ihrer Mutter bekommen, als sie zur Frau heranwuchs. „Das hat Tradition und die Bedeutung, dass damit die Weisheit der Älteren auf die Jüngeren übertragen wird. Vielleicht gebe ich es auch mal an meine Tochter weiter“, erzählt Fomo.
Sie ist außerdem Sängerin in der Band „Pepinos-International“, die zur Eröffnung der Ausstellung spielt.

Von Mittwoch bis Sonntag gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm. Martin Stützer, Leiter der Awo-Migrationsberatung, macht auf die „Neuheiten“ aufmerksam: ein Theaterworkshop und die Kinderlesung in zwei Sprachen (polnisch und russisch).
Imeie Shashivari lebt seit 16 Jahren in Deutschland. Von der 49-Jährigen stammt die Idee, eine Modenschau mit Trachten und Festkleidern aus den Heimatländern der Migranten zu veranstalten. „Als ich aus dem Kosovo fliehen musste, war Krieg. Ich habe nichts weiter mitgenommen als ein Fotoalbum und etwas Wäsche für unterwegs“, erzählt Imeie. Sie muss die Tränen unterdrücken.
Martin Stützer ist froh, in der St.-Thomas-Gemeinde einen zuverlässigen Kooperationspartner gefunden zu haben. „Die wunderbaren Räumlichkeiten und der schöne Innenhof bieten einen tollen Rahmen für die Veranstaltung. „Uns ist es wichtig, offen zu sein für Menschen, die einen anderen kulturellen Hintergrund haben“, sagt Pfarrer Eckehard Binder. Um Abraham, der auch seine Heimat verließ, gehe es im Gottesdienst am Sonntag (30. August) um 10 Uhr, der für alle offen sei.

Die Ausstellung ist geöffnet am Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 15 bis 18 Uhr, Samstag von 10 bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr, Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei (außer Theaterworkshops). Weitere Infos unter www.awo-bs.de .
Nach der Ausstellung ist vor der Ausstellung: In der St.-Thomas-Gemeinde wird das Thema weitergeführt mit einer Ausstellung von Pro Asyl, die sich bis Mitte November damit auseinandersetzt, warum sich Menschen auf den Weg nach Europa machen.
Am letzten Sonntag im September findet ein interkultureller Gottesdienst statt.

Programm:

Mittwoch (26. August): 16 Uhr: Eröffnung der Ausstellung mit Musik aus allen Erdteilen.
Donnerstag (27. August): 15.30 Uhr: zweisprachige Lesung für Kinder in deutsch-polnisch; 16 Uhr: in deutsch-russisch.
17 Uhr: Vortrag von Thomas Ostwald „Auswanderung aus dem Herzogtum Braunschweig – dargestellt am Beispiel Friedrich Gerstäckers“.
Freitag (28. August): 16.30 Uhr: Modenschau „Trachtenkleider aus aller Welt“.
Samstag (29. August):
10 bis circa 16 Uhr: Theaterworkshop zum Thema „Heimat“. Anmeldung unter Telefon 88 68 92 43 oder per E-Mail unter awo.heidberg-aktiv@gmx.de .
14 Uhr: Filmpräsentation „Zweite Heimat“. Gezeigt werden Menschen aus dem Westlichen Ringgebiet, die ihre Heimat verlassen und in Braunschweig ein neues Zuhause gefunden haben.
Sonntag (30. August): 10 Uhr: Gottesdienst mit Pfarrer Eckehard Binder „Abraham – von einem, der die Heimat verließ“.
11.30 Uhr: Figurentheater Fadenschein zeigt „Peppino Peperoni“ für Kinder ab vier Jahren.
17 Uhr: „Klezmers Techter“ spielt jüdische Musik.
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