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Erfolgreiches Jahr für den Arthouse-Film

Für das Universum Filmtheater war 2016 ein sehr erfolgreiches Jahr. Foto: André Pause
 
Universum-Geschäftsführer Volker Kufahl. Lehmann/oh

Das Universum Filmtheater trotzte dem Branchentrend und legte zu – Mehr als 70 000 Besucher in den Sälen.

Von André Pause, 28.01.2017.

Braunschweig. Das Kinojahr 2016 war miserabel, auch das C1 verlor Besucher (wir berichteten). Für strahlende Gesichter hat hingegen die Bilanz bei den Verantwortlichen des Universum Filmtheaters gesorgt.

Das Lichtspielhaus in der Neuen Straße hat dem ernüchternden Gesamtbranchentrend getrotzt, und mit mehr als 70 000 Besuchern bei zwei Leinwänden einen Zuschauerzuwachs von 20,5 Prozent erzielen können.
Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass die Messlatte mit dem für das Universum unterdurchschnittlich verlaufenen Jahr 2015 – da schauten weniger als 60 000 Gäste im Braunschweiger Programmkino vorbei – recht niedrig lag. Dennoch: „Wenn man bedenkt, dass die Besucherzahlen laut Marktforschungsinstitut Comscore deutschlandweit ungefähr 12,8 Prozent zurückgegangen sind, ist das wirklich ein tolles Ergebnis.

2016 gehört damit zu den besten Jahren des Hauses überhaupt“, freut sich Geschäftsführer Volker Kufahl, der das Resultat zum einen in der geringen Zahl der Blockbuster im betrachteten Zeitraum begründet sieht: So ließe sich über einen langen Zeitraum beobachten, dass eine Ballung von Filmen, die alle Altersklassen ansprechen, sowohl für ein mainstreamorientiertes als auch für ein filmkunstorientiertes Publikum interessant sind, dazu führte, dass der Besuch von Filmkunst nachlässt. Somit seien die Jahre mit weniger Mainstream-Kassenschlagern grundsätzlich eher gute Zeiten für das Arthouse-Kino, so Kufahl.

Dazu passen die Angaben der AG Kino, denen zufolge sich die Arthouse-Kinos vom zweistelligen Besucherminus im Gesamtmarkt absetzen konnten. Dass für das Universum 2016 noch eine ganze Ecke mehr drin war, führt Kufahl nicht zuletzt auf das „vielfältige und engagierte Programm“ zurück. In der Publikumsgunst ganz vorne lag dabei Maren Ades knapp dreistündiger Tragikomödie „Toni Erdmann“, die in Braunschweig allein rund 6000 Besucher in die Projektionen lockte, in die Top Ten des Hauses schafften es mit erheblichem Abstand zum Kassenknüller „Birnenkuchen mit Lavendel“, „Ein Mann namens Ove“, „Frühstück bei Monsieur Henri“, „Danish Girl“, „Spotlight“, „Captain Fantastic“, „Hail Caesar“, „Suffragette“ und „Ich bin dann mal weg“. „Man kann hier sehen, dass das Ranking relativ breitgefächert ist, was die Herkunftsländer anbelangt. Zwei deutsche Titel unter den besten zehn finde ich insofern bemerkenswert, als dass die Besucherzahlen von deutschen Filmen in der gesamten Branche um mehr als 30 Prozent zurückgegangen sind. Wir haben im Universum so viele Besucher für den deutschen Film gehabt, wie noch nie“, frohlockt Geschäftsführer Kufahl, der die Herausforderungen des Arthouse-Kinos in der differenzierten, wirkungsvollen Zielgruppenarbeit sieht. Mehr als 100 Gäste – Regisseure und Schauspieler, aber auch Journalisten oder Gewerkschafter – haben 2016 den Weg ins Universum gefunden und mit ihnen neue Publikumsschichten.

Mit Blick auf die anstehenden Filme ist Kufahl optimistisch, dass sich der Positivtrend fortsetzt. Produktionen wie „La La Land“, „Manchester by the Sea“, „Elle“ oder „The Salesman“ werden ihr Publikum finden, glaubt der Geschäftsführer, der sich selbst am meisten auf Raoul Pecks im März anlaufendes Historiendrama „Der junge Karl Marx“ mit August Diehl in der Hauptrolle freut: „Abgesehen davon laufen unsere anderen eingeführten Formate wie Sound on Screen weiter. Und ich habe für den Zeitraum Februar bis Juni bereits 25 Dokumentarfilme programmiert, die jeden Montag unterschiedliche Besuchergruppen ansprechen. Daran kann man sehen, dass da doch einige kuratorische Anstrengungen dahinterstecken, um das Kino das ganze Jahr für ein sehr breites Publikum attraktiv zu machen. Bei uns sind 200 Filme pro Jahr zu sehen, die man sonst in der Stadt nicht sehen würde.“
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