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Er kommt als hypochondrierender Gatte

Max Schautzer beim Interview in der Komödie am Altstadtmarkt. Foto: André Pause
Braunschweig: Komödie am Altstadtmarkt |

TV-Moderator und Schauspieler Max Schautzer steht in Kürze erstmals in der Komödie am Altstadtmarkt auf der Bühne.

Von André Pause, 12.03.2016.

Braunschweig. Es gab eine Zeit, im Grunde dauerte diese bis in die Nuller-Jahre, da gehörte Max Schautzer irgendwie mit zur Familie. Der österreichische Moderator und Schauspieler präsentierte über den Hörfunk zum Fernsehen gekommen eine Erfolgsshow nach der anderen. Ein herzlicher, spritziger, eloquenter und dabei angenehm unaufdringlicher Mann. Kurzum: ein Sympathieträger, auf den sich generationsübergreifend alle einigen konnten.

Schautzer war via Bildschirm Dauergast in deutschen Wohnzimmern, moderierte Sendungen wie das „ARD Wunschkonzert“, „Die schönsten Melodien der Welt“, „Ein Platz an der Sonne“, „Immer wieder sonntags“ oder „Pleiten, Pech und Pannen“. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang: Bei fast allen Fernsehproduktionen war Max Schautzer nicht nur Moderator, sondern auch Mitautor der Sendekonzepte. Seit zwölf Jahren sucht der 75-Jährige die Herausforderungen nicht mehr im TV. „Das Kapitel Fernsehen ist beendet. Das habe ich über vier Jahrzehnte gemacht, und es hat sich viel geändert, ich wüsste kein Format, bei dem ich mitmischen könnte“, erzählt Schautzer und wirkt dabei tiefenentspannt, gerade so, als sei er ein bisschen froh aus diesem Zirkus raus zu sein. „Wir konnten uns noch entwickeln, uns einen Namen machen. Leute wurden durch ihre Arbeit, ihre Art der Moderation zu Persönlichkeiten. Heute sind irgendwie alle wie Module austauschbar.“

Unser Gespräch findet im Foyer der Komödie am Altstadtmarkt statt. Im Haus an der Gördelinger Straße ist er ab dem 26. März in der Hauptrolle des Stückes „Schick mir keine Blumen“ zu erleben, als hypochondrierender Gatte (die Partnerin in der Produktion spielt Christiane Rücker), der eine schlimme ärztliche Diagnose fälschlicherweise auf sich bezieht. Dem Star der Produktion gefällt eine leise Botschaft des Stoffes besonders: Lange Jahre sei es im komischen Fach immer gegen die Frau gegangen, „hier haben wir ein Stück, wo die Frauen endlich mal sagen können: Solch einen Typen habe ich auch zu Hause, dieser Hypochonder.“ Schautzer schmunzelt: „Da hast Du die Frauen auf Deiner Seite.“

Das Theaterspielen hat der TV-Star außer Dienst nach seiner altersbedingten Verbannung vom Bildschirm im Jahre 2004 quasi wiederentdeckt. Nach dem Besuch der Schauspielschule am Konservatorium Wien und Ausflügen ins Studentenkabarett blieb in den Boom-Jahren im Rundfunk keine Zeit für die Bühne. Sein Theater-Comeback feierte Schautzer mit Paul Pörtners interaktiver Kriminalkomödie „Scherenschnitt oder der Mörder sind Sie“ in der Komödie im Bayerischen Hof in München. Seitdem spielt er wieder regelmäßig direkt für sein Publikum, ist aktuell sogar mit einem zweiten Stück, einer Produktion der Komödie Dresden („Meine Braut, sein Vater und ich“), unterwegs.

Wie er das in seinem Alter schaffe, möchten wir wissen. „Körper und Geist lebendig halten, beschäftigen und herausfordern. Es geht gar nicht um Arbeit, sondern darum, dass man sich bewegt. Das hält fit“, betont Schautzer, der lange Jahre für den guten Zweck in prominentem Rahmen Fußball gespielt hat und heute den Golfschläger schwingt. Zu Hause in Köln habe er sich zudem unlängst einen Fitnessraum eingerichtet und in Kitzbühl, seinem Zweitwohnsitz, fahre er nach wie vor gerne Ski.
Was die Arbeit anbelangt, selektiere er. „Ich will mich nicht mehr von Terminen quengeln lassen“, sagt der charmante Conférencier, der sich auch deshalb auf Braunschweig freut, weil seine Frau zur Premiere kommt. „Sie ist in Wolfenbüttel aufgewachsen. Jedes Mal, wenn wir in der Nähe sind, muss ich mit ihr dorthin“, sagt Schautzer – und lächelt, wie früher, im Wohnzimmer.
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