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Entspannter Abend

Kalle Pohl (l.) brilliert in „Halbgott in Nöten“ in der Komödie am Altstadtmarkt in Braunschweig. Foto: Imagemoove/oh

Gelungene Premiere: „Halbgott in Nöten“.

Von Axel Emmert, 09.05.2017.

Braunschweig. Wenn es den „Halbgott in Nöten“ auf Rezept geben würde – die Arztpraxen wären vermeintlich voll mit Menschen, für die „Lachen die beste Medizin“ ist. Zumindest das Premierenpublikum in der Komödie am Altstadtmarkt hatte scheinbar großen Spaß, wie Dr. Fritz Tiedemann, alias Kalle Pohl, auf der Bühne von einem Fettnäpfchen in das nächste schlitterte. Zweifelsohne, dieses Theaterrezept für den schnellen und unkomplizierten Live-Genuss – ganz ohne Nebenwirkungen – lässt man sich gern verschreiben.

Mittendrin Kalle Pohl, der den Dr. Fritz Tiedemann mit seinen Nöten um die heiratswillige Tochter mimt, und der sich gleichzeitig um den Posten eines Chefarztes in einem streng katholischen Krankenhaus bewirbt. Für den 65-Jährigen ist die Rolle maßgeschneidert, kann der Vollblutkomiker doch seine Spiellust voll ausleben, kann improvisieren, das Publikum hier und da mit einbeziehen. Die Geschichte spielt im Gästehaus einer renommierten katholischen Klinik, auf dessen Posten sich Dr. Fritz Tiedemann (Kalle Pohl) und Dr. Ottmar Köttner (Jens Knospe) bewerben.

Kurz vor dem Bewerbungsgespräch erfährt Tiedemann aus der Zeitung, dass seine Tochter, eine bekennende Feministin, sich splitternackt auf dem Altar des Kölner Doms hat fotografieren lassen. Wie soll er sich jetzt noch als moralisch einwandfreier Familienvater vor der Kommission des Krankenhauses bewerben? Die Geschichte, die Tiedemann jetzt spinnt, könnte verrückter nicht sein. Auf dem Weg dahin kommen, wie es sich für eine klassische Boulevardkomödie gehört, mehr als unverhoffte und verrückte Wendungen hinzu, wenngleich die eine oder andere etwas zu „konstruiert“ wirkt.

Sicherlich wäre es hier und da schön gewesen, wenn in der Geschichte die anderen Darsteller neben Kalle Pohl etwas mehr Raum bekommen hätten. So konnten sich Astrid Straßburger, Annette Schneider, Andreas Werth, Jens Knospe und David Imper nur begrenzt in Szene setzen. Claudia Plöckel fiel es sichtlich schwer, die „harte Feministin“ und aufmüpfige junge Frau zu verkörpern. Die Rolle des liebenswerten und verliebten Töchterchens passte besser zu ihr.

Fazit: Die Komödie am Altstadtmarkt startet mit einer witzigen Produktion in das Frühjahr, ohne viel Tiefgang, dafür aber leicht und locker, sehr zum Vergnügen des Publikums. Gut 300 Premierengäste sorgen im ausverkauften Theater mit kräftigem Schlussapplaus für das i-Tüpfelchen der vorletzten Produktion dieser Spielzeit in der Komödie.
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