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Einzigartiger Bilderschatz

Stellten das neue Buch über die Wandmalereien im Dom vor (v.l.): Dr. Albrecht Weiland, Verlag Schnell und Steiner, Domprediger Joachim Hempel und Mitherausgeber Harald Wolter-von dem Knesebeck. Foto: Thomas Ammerpohl

Neues Werk über die Wandmalereien im Dom.

Von Birgit Leute, 15.06.2014.

Braunschweig. Da gerät selbst ein nüchterner Wissenschaftler ins Schwärmen: „Die Wandmalereien im Dom sind der bedeutendste Bestand, den es in Deutschland überhaupt gibt“, sagt Harald Wolter- von dem Knesebeck. Über diesen Schatz ist jetzt ein Buch erschienen.

Wolter-von dem Knesebeck ist – neben Domprediger Joachim Hempel – Mitherausgeber des gewichtigen und gerade erschienenen 340-Seiten-Bandes. Das Besondere an ihm: Er zeigt als Erster die kompletten 800 Quadratmeter der Wandmalereien im Bild. „Zuvor gab es nur eine Dissertation aus dem Jahre 1968, die aber nicht von den Malereien zeigte“, ordnet Wolter-von dem Knesebeck ein.
Möglich wurde die detailgenaue Abbildung wie auch die neueste Forschung über die Malereien durch die umfangreichen Restaurierungsarbeiten, die zwischen 2008 und 2011 im Hohen Chor des Braunschweiger Doms stattfanden. „Wann hätte man sonst je Gelegenheit gehabt, die Wände in 15 Meter Höhe genauer in Augenschein zu nehmen“, sagt Domprediger Joachim Hempel, der auch den Anstoß für die Publikation gab. Was die Forscher vor allem beschäftigt, war die Frage: Wann genau wurde mit der Ausmalung des Doms begonnen? Und: Welcher Stellenwert kommt den Wandmalereien in Europa zu?
Die aktuelle Restaurierung gestaltete sich deshalb auch zu einer Spurensuche nach den ältesten Resten aus dem 12. Jahrhundert. „An den Innenraum haben in der Vergangenheit viele Hand angelegt“, bedauert der Domprediger und bezieht sich dabei vor allem auf die Übermalung der Wände im 17./18. Jahrhundert und die spätere Rekonstruktion durch Heinrich Brandes im Sinne eines verklärten Mittelalters.
Dass schon der Bauherr, nämlich Heinrich der Löwe, eine vollständige Ausmalung geplant hat – daran besteht für Hempel allerdings kein Zweifel. „Der Dom war als Grablege Heinrichs konzipiert. Weder Architektur noch Dekor hätte er dem Zufall überlassen“, ist sich der Domprediger sicher. Restauratorin Anja Stadtler fand am oberen Ende der Ostwand immerhin ein als Fugenstrich angelegtes Pietra-Rasa-Dekor als eine Art erste Fassung. „Spätere Generationen werden vielleicht Antworten auf die offenen Fragen finden“, hofft sie.
Harald Wolter-von dem Knesebeck, Joachim Hempel (Hrsg.): Die Wandmalereien im Braunschweiger Dom St. Blasii. Erschienen im Schnell & Steiner-Verlag 2014,
69 Euro, inklusive DVD .
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