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Einer, der die Stadt bunter gemacht hat

Der New Yorker Pop-Art-Künstler James Rizzi starb am 26. Dezember – Einziges Rizzi-Haus weltweit – Galerist Olaf Jaeschke erzählt.

Von Martina Jurk, 01.01.2012.


Braunschweig. James Rizzi hat in Braunschweig Spuren hinterlassen. Galerist Olaf Jaeschke sorgte dafür. 26 Jahre lang war er mit dem New Yorker Pop-Art-Künstler befreundet. „Er ist zu früh gestorben“, sagt Jaeschke traurig.

Das Rizzi-Haus in Braunschweig ist weltweit das einzige. „Das könnte jetzt für einen Touristenboom sorgen oder zur Pilgerstätte für Kunstliebhaber werden“, mutmaßt der Galerist. Allein am Mittwoch, zwei Tage nach dem Tod Rizzis, verkaufte er zehn Bilder des Künstlers.
Das krachbunte Haus mit der schrägen Konstruktion hätte auch in New York oder Paris stehen können. Dass es am Rand des Braunschweiger Magniviertels – nicht ohne kritische Diskussion – gebaut wurde, geht auf die Initiative von Olaf Jaeschke zurück. „Rizzi wollte mit seiner Kunst öffentlich sein, wollte Räumlichkeit schaffen“, sagt er. So „bemalte“ Rizzi ein Flugzeug, Autos, Tassen, Pakete, einen Heißluftballon, Plakate, Karnevalsorden und vieles mehr. Eines seiner letzten Projekte: ein New-York-Reiseführer. Der Künstler führt durch seine Stadt und bringt sie aus seiner Sicht den Menschen nahe.
Kennengelernt haben sich Rizzi und Jaeschke durch den befreundeten Kölner Kunsthändler Hermann Krause, der auf einer New Yorker Kunstmesse vom Verleger Rizzis angesprochen wurde. „Krause konnte damit nichts anfangen und bat mich, die Arbeiten anzuschauen. Mein Vater war nicht so begeistert von Rizzis Kunst. Aber innerhalb einer Woche verkaufte ich fünf Bilder. Krause besiegelte die Zusammenarbeit mit Rizzi“, erzählt Jaeschke. Der reiste dann oft nach New York und machte alle zwei bis drei Jahre eine Ausstellung mit Rizzi in Braunschweig.
Ein Architektenbüro in New York mit einer Niederlassung in Paris wollte mit dem Künstler in einer der beiden Städte ein Kunsthaus bauen. Jaeschke überzeugte Rizzi, das in Braunschweig zu tun. „New York und Paris haben schon so viele Sehenswürdigkeiten. Ein Rizzi-Haus würde dort nicht den Effekt haben wie an der Oker“, waren seine Argumente, die überzeugten.
„Ich hatte ein halbes Jahr Zeit, den damaligen Oberstadtdirektor, die Ratsfraktionen, Kirchen- und Ortsratsvertreter für die Umsetzung der verrückten Idee zu gewinnen“, erinnert sich der Galerist. Er konnte den Braunschweiger Architekten Konrad Kloster dafür begeistern und das Textilunternehmen New Yorker als Investor.
„Als das Rizzi-Haus gebaut wurde, stand Braunschweig im republikweiten Medienspiegel auf Platz eins“, ist Jaeschke heute noch stolz. Dass es das einzige weltweit bleibt, wurde vertraglich vereinbart.
„Es wäre schön, wenn man ein Rizzi-Museum in dem Haus installieren könnte“, wünscht sich der Galerist. Er arbeitet bereits an einer Memorial-Ausstellung, einer Retrospektive in seiner Galerie ab dem 26. Januar – vier Wochen nach Rizzis Todestag. „Mehr kann ich erstmal nicht tun“, sagt Jaeschke betrübt. „Ich hätte so gerne noch lange mit ihm zusammengearbeitet. Er hat für Zwei gelebt.“
James Rizzi starb am 26. Januar überraschend in seinem Studio im New Yorker Szeneviertel Soho. Er wurde 61 Jahre alt.
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