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„Eine Haltung zu Krieg und Terror“

Dramaturgin Sarah Grahneis in der Burgplatzarena. Foto: obi

Sarah Grahneis zur Aktualität von „Hair“.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 12.08.2016.

Braunschweig. Sarah Grahneis ist das, was gern als „Mädchen für alles“ bezeichnet wird. Bei der 28-jährigen Dramaturgin laufen die Fäden zusammen. So auch bei der Produktion von „Hair“. Sie hat über Monate gemeinsam mit Regisseur Alonso Barros an den Texten für die Braunschweiger Inszenierung gefeilt.

„Das war allein schon zeitlich mitunter schwierig“, erzählt sie, „denn ich hatte andere Produktionen hier zu betreuen und Barros war in Brasilien eingebunden.“ Dazu der Zeitunterschied. Aber irgendwie, häufig über Skype, haben sich die beiden verständigt, meist ist der Brasilianer den Änderungsvorschlägen seiner deutschen Kollegin gefolgt.
Ganz am Anfang gibt es zum Beispiel eine Szene, die ganz neu hinzugeschrieben wurde: Berger läuft ins Publikum und erkennt „seine Mutter“. Er begrüßt sie begeistert und pumpt sie direkt um Geld an. „Das ist eine Idee, um die sogenannte ‘vierte Wand’ aufzubrechen“, erklärt Grahneis. Also, das Publikum einzubinden.

Auch am Text wurde gefeilt. Mehrfach. „Die erste Fassung schicken wir den Darstellern zu“, erklärt Grahneis. Wenn dann alle für die Proben vor Ort sind, wird nachjustiert. „Wir fragen uns: Passt der Text so zu dem Darsteller? Liegt der Satz bequem?“ erzählt die Dramaturgin von der Arbeit an einem Stück, das sie schon lange kennt. Sie war auch sofort begeistert, als sie hörte, dass „Hair“ auf den Burgplatz kommen soll: „Die Themen in diesem Musical sind universell, und mir wurde wieder deutlich, dass wir von den Entwicklungen damals profitieren, auch wenn wir es gar nicht so genau merken“, spricht sie von der Aussage des Stückes auf ihre, die junge Generation.
Gerade die zentrale Frage des Musicals „ziehe ich für mein Vaterland in den Krieg?“ sei höchst aktuell. „Wenn ich mir die Welt anschaue, den Krieg und den Terror, dann muss ich dazu eine Haltung entwickeln“, betont Grahneis, „Claude möchte in der Geschichte unsichtbar sein, um ein Wunder vollbringen zu können – ein Wunsch, den ich sehr gut verstehen kann.“
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