Anzeige

Eine Gurke für die Joghurtsuppe

Bebelhofer Grundschüler entdeckten beim ersten „Klassendinner“ eine türkische Spezialität

Von Birgit Leute, 24.03.2010

Braunschweig. Joghurt im Becher, schön und gut. Aber Joghurt als Suppe? Beim ersten „Bebelhofer Klassendinner“ lernten die achtjährige Alex und ihre Mitschüler, dass die Türkei mehr zu bieten hat als Hähnchendöner mit Krautsalat.

Grundschule Bebelhof, 12 Uhr: Statt Mittagessen aus der Styroporbox gibt es an diesem Tag frisch Gekochtes von den Eltern. Unter dem Motto „Bunt ist unsere Schule – bunt wollen wir kochen“ schnibbeln zehn Mütter der Klasse 3a wie die Weltmeister Salat und Möhren, braten Köfte, backen Waffeln. Eine kommt aus Deutschland, die anderen aus der Türkei. Die „Amtssprache“ am Herd ist Deutsch.
Sie sind Teilnehmer des ersten „Bebelhofer Klassendinners“, das vom Büro für Migrationsfragen veranstaltet wird. Leyla Simsek-Yilmaz erklärt den Hintergrund: „Wir wollen Eltern, Kinder und die verschiedenen Nationen in den Klassen beim Kochen in Kontakt bringen. Dafür besorgen und bezahlen wir nach den Menüangaben der Eltern die Zutaten und lassen die Gerichte anschließend von einer Jury und den Kindern bewerten.“ An diesem Mittwoch erlebt die 3a sozusagen die Premiere des Projekts. Sieben Klassen, zu denen auch so exotische Nationen wie Inder oder Pakistani gehören, werden folgen. „Da werden sicher besonders spannende Gerichte herauskommen“, freut sich Simsek-Yilmaz.
Spannend ist es schon bei diesem „Dinner“, denn zum ersten Mal machen die deutschen Schüler Bekanntschaft mit einer türkischen Spezialität: Joghurtsuppe. Zugegeben – die Vorspeise findet nicht bei allen Anklang. „Ich hätte lieber eine Kartoffelsuppe mit Würstchen gehabt“, moniert die achtjährige Alex. Andere plädieren mehr für Nudelsuppe. Wie auch immer: Für die türkische Vorspeise gibt es von ihnen bei der anschließenden Bewertung nur eine „drei“ in Form einer Gurke. Erheblich besser schneiden da schon die Hauptspeise und der Nachtisch ab. Für die Köfte mit gebratenen Kartoffeln und Möhren vergeben die Kinder eine glatte „Eins“, für die urdeutschen Waffeln ebenfalls. „Die kenne ich schon und mag sie sehr gerne“, sagt Joshua und hievt sich noch eine Waffel auf den Teller. Am Ende gibt es brandenden Applaus für die fleißigen Mütter. „Eine tolle Idee“, zeigt sich auch Klassenlehrerin Cornelia Fröchling beeindruckt. Übrigens: Die besten Gerichte werden im Anschluss an die Reihe in einem Kochbuch gesammelt.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.