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„Ein Zeichen unserer Freiheit“

Mehr als 5000 Aktive werden am diesjährigen Schoduvel teilnehmen. Foto: Stadtmarketing
 
Freuen sich auf den diesjährigen Schoduvel am 7. Februar (v.l.): Jürgen Buchheister (Mascheroder Karnevalgesellschaft), Dieter Heitmann (stellvertretender Zugmarschall), Gerhard Baller (Zugmarschall) und Bernd Ratayczak (Braunschweiger Karneval-Gesellschaft). Foto: Birgit Leute

Schoduvel zieht am 7. Februar durch Braunschweig – Zugmarschall gibt sich energisch.

Von Birgit Leute, 27.01.2016.

Braunschweig. Der feste Wille ist ihm anzumerken: Nach der Absage des Schoduvels 2015 ist es ein echter Herzenswunsch von Zugmarschall Gerhard Baller, dass der fröhlich-bunten Umzug in diesem Jahr stattfindet: „Karneval ist mehr als nur ein Spaß. Er ist ein Zeichen unserer Kultur und Freiheit“, stellte er bei der Vorstellung des Schoduvels in der Dornse klar.

Unter dem Motto „Jetzt erst recht“ wird sich der rund sechs Kilometer lange Lindwurm am 7. Februar durch Braunschweigs Straßen winden. Mehr als
5000 Aktive aus der ganzen Region nehmen an dem Umzug teil. Erstmals sind auch Vertreter aller drei Religionen sowie Migranten und Einwanderer aus dem Nahen Osten, darunter Sunniten, Schiiten, Aleviten und Jesiden – dabei.
„Das Motto ’Jetzt erst recht’ könnte fast für den gesamten bundesdeutschen Karneval stehen“, stellt Baller insbesondere mit Blick auf Köln fest. Die Domstadt will sich trotz der Vorfällen in der Silvesternacht ebenfalls das Feiern nicht verbieten lassen möchte.

Sein tieftrauriges Gesicht bleibt unvergessen: Nur mit Mühe konnte Zugmarschall Gerhardt Baller vor einem Jahr die Tränen unterdrücken, als der Schoduvel aufgrund einer Bombendrohung abgesagt werden musste. „Damals entstand das Motto ’Jetzt erst recht‘“, erinnert sich Baller.

Eine ganze Reihe der neu gebauten Motivwagen thematisieren auf die eine oder andere Weise den islamistischen Schrecken, aber auch Werte wie Freiheit und Toleranz.

Unter dem Titel „Terror trifft uns alle“ zeigt ein Motivwagen ein Schreckgespenst, das Menschen unterschiedlicher Nationalität bedroht. Der Wagen „Baris – Frieden“ vereint dagegen Vertreter verschiedener arabischer Glaubensrichtungen in Harmonie. Auf dem Wagen des Zugmarschalls fahren außerdem erstmals neben dem Schirmherr des Schoduvels, Oberbürgermeister Ulrich Markurth, auch der katholische Bischof von Hildesheim, Norbert Trelle, der Bischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig, Dr. Christoph Meyns, der Vorsitzende des Rates der Muslime in Braunschweig, Hayri Aydin, sowie der Vorsitzende des Landesverbandes Jüdischer Gemeinden in Niedersachsen, Michael Fürst, mit.

„Das Ideal des Karnevals ist die Gleichheit aller Menschen, versinnbildlicht durch die Zahl elf, sozusagen eins neben eins“, betont Baller. Die ELF, als Abkürzung für die Ideale der französischen Revolution Egalité (Gleichheit), Liberté (Freiheit) und Fraternité (Brüderlichkeit) ziert auch den aktuellen Zugmarschallorden.

Viel Symbolik also, aber für Baller ein wichtiger Schritt: „2015 haben wir gespürt, was es heißt, diese Ideale zu verlieren“, gibt sich der Zugmarschall nachdenklich. Das Bunte und Fröhliche des Schoduvels bleibt trotzdem nicht außen vor: Mehrere Tausend Aktive aus ganz Norddeutschland werden einen heiteren Umzug auf die Beine stellen. Start ist um 12.20 Uhr am Europaplatz. Auf die rund 180 000 bis 250 000 Zuschauer warten nicht nur leuchtende Kostüme, sondern auch 30 Tonnen süßes Wurfmaterial zum Sammeln.

Service

• Zuschauer können für fünf Euro wieder Sympathiearmbänder erwerben. Sie dienen zum einen der Finanzierung des Zuges, zum anderen können Besucher damit kostenlos Bus und Bahn zum Zug benutzen, erhalten freien Eintritt zur Zugparty ab 15.30 Uhr sowie weitere Vergünstigungen.

• Eine Jury auf dem Balkon des Altstadtrathauses sowie im Zug prämiert unter anderem die besten Wagen, die beste Gruppe der drei Karnevalsgesellschaften sowie die drei besten Spielmannszüge. Auch die Zuschauer können Preise gewinnen. Ausgezeichnet werden wieder die fünf am schönsten kostümierten Gruppen. Anmeldungen sind bis zum
5. Februar an Reiner Heinemann unter 0171/4 09 72 72 möglich. Alle Infos unter www.braunschweiger-karneval.de.
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