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Ein Fest für den Film, die Musik und das Herz

"Blancanieves" am Dienstagabend in der Stadthalle. (Foto: Thomas Ammerpohl)

„Blancanieves“ (Schneewittchen) heißt das Märchen, mit dem gestern Abend das 27. Internationale Braunschweiger Filmfest eröffnet wurde.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 06.11.2013

Der Film geht als spanischer Beitrag in das Rennen um den „Auslands-Oscar“ 2014, nachdem er zehn Goyas (spanischer Filmpreis) gewann, darunter auch den für die beste Filmmusik. Komponist Alfonso de Vilallonga war gestern bei der Premiere dabei, er spielte selbst am Flügel, an der Ukulele und am Schifferklavier. Gemeinsam mit den Musikern des Staatsorchesters Braunschweig und einer Flamenco-Gruppe zauberte er unter der Leitung von Helmut Imig eine unerhört spannende Atmosphäre in die Stadthalle. Das Pathos und die großen Gefühle der Geschichte auf der Leinwand fanden in der Musik ihre Verstärkung.
Ob der märchenhafte Film ein Happy End hat, darf hier nicht verraten werden, das Publikum aber war beim letzten Bild und dem letzten verklingenden Ton restlos begeistert.
Rund 1400 Besucher waren zur Filmfesteröffnung gekommen, sie sahen „einen Liebesbrief an die Filmgeschichte“, wie Regisseur Pablo Berger seinen schwarz-weißen Stummfilm nennt. Einen ungeheuer schönen, fein und genau gezeichneten Film mit der ganzen Tragik und Tiefe eines Märchens. Und mit allen Facetten: Ein kleines (unglaublich zauberhaftes) Mädchen, ohne Mutter und (fast) ohne Vater, mit einer tyrannischen Stiefmutter, aufgenommen von einer Gauklertruppe, die schließlich als Torera in einer Männerwelt triumphiert und gleichzeitig scheitert.
Schon die Bilder am Anfang sind sooo traurig – und die Musik von Alfonso de Vilallonga untermalt jede Gefühlsregung auf der Leinwand und verstärkt sie enorm. Dirigent Helmut Imig führt mit dem Staatsorchester das Publikum durch wechselnde Gefühlsbäder im Sekundentakt. Eben noch fließen die Tränen, im nächsten Moment locken die Trompeten in die Stierkampfarena oder die Kastagnetten auf die Tanzfläche. Das eigens dazugeholte Flamencoensemble übernimmt einzelne Szenen. Ein geradezu rauschhaftes Erlebnis.
Vorab gab es Grußworte von Filmfestvorstand Edgar Merkel, Ministerin Gabriele Heinen-Kljajic und Anja Hesse in Vertretung des Oberbürgermeisters.
Neben dem Dank an die finanziellen und ehrenamtlichen Unterstützer des Filmfestes gab es besonders warmherzige und lobende Worte für Volker Kufahl, dem künstlerischen Leiter, der nach 13 Jahren in Braunschweig nach Schwerin wechselt.
Das Filmfest läuft bis zum kommenden Sonntag (10. November), gezeigt werden mehr als 180 Filme. Schauspielerin Barbara Sukowa wird am Sonntag mit dem Filmpreis „Europa“ ausgezeichnet.
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