Anzeige

„Ein ehrgeiziges, kluges Buch“

Sibylle Lewitscharoff erhielt den Wilhelm-Raabe-Preis von der Stadt und dem Deutschlandfunk.

Von Alexandra Wolff, 09.11.11

Braunschweig. Ein Löwe taucht in ihrem Buch „Blumenberg“ auf. Doch die Tatsache, dass der König der Tiere zugleich das Wappentier der Stadt Braunschweig ist, war wohl nicht ausschlaggebend dafür, dass Autorin Sibylle Lewitscharoff den Wilhelm-Raabe-Preis erhielt.

Dr. Hubert Winkels ist Redakteur des Deutschlandfunks und Jurysprecher. Er erklärt, warum Lewitscharoff den Wilhelm-Raabe-Preis verdient hat: „Unter den vielen interessanten Büchern, die wir vorliegen hatten, war es sicherlich das Ehrgeizigste, was die Verbindung aus Klugheit, intelligenter Reflexion und Einfangen der Fantasie angeht.
Mit dem Löwenmotiv hat sie ein Bild für die Literatur und die Fiktion an sich geschaffen. Es ist quasi ein Roman über Romane. ’Blumenberg‘ kann nie ein Best-seller werden, aber es ist ein herausragend gutes Buch, weil es sich mit der Poesie als Prinzip beschäftigt.“
Dass ausgerechnet dem vor 15 Jahren verstorbenen Philosophen Hans Blumenberg diese bildliche Darstellung der Literatur in Gestalt eines Löwen begegnet, ist kein Zufall. Blumenberg beschäftigte sich nämlich bereits in seiner frühen Schrift „Paradigmen zu einer Metaphorologie“ mit Metaphern, also mit Sinnbildern wie „nackte Wahrheit“, „Schiffbruch“ (wenn etwas scheitert) oder „Lesbarkeit“ im Sinne von Verständlichkeit.
Mit ihren Werken hat Lewitscharoff auch zahlreiche andere Preise gewonnen: 1998 den Ingeborg-Bachmann-Preis für ihr Buch über den Weltverbesserer „Pong“ und vor zwei Jahren den Preis der Leipziger Buchmesse für den Roman „Apostoloff“ über das postkommunistische Bulgarien.
Der Wilhelm-Raabe-Preis ist auch nicht der einzige Preis, den die Stuttgarterin mit bulgarischem Vater in diesem Jahr erhalten hat. Noch in diesem Monat wird sie mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet, und den Ricarda-Huch-Preis hat sie schon bekommen.


Der Raabe-Preis: Die Stadt Braunschweig und der Deutschlandfunk verleihen seit 1944 den WilhelmRaabe-Preis. Er gehört zu den zehn bedeutendsten Literaturpreisen. Mittlerweile wird er jedes Jahr vergeben und ist mit 30 000 Euro dotiert.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.