Anzeige

Eierlegende Wollmilchsau – hilft nicht nur gegen Schreibblockade

„Huston, wir haben ein Problem“: Lisa (Heidi Mahler) und Sohn Felix (Christian Richard Bauer) begrüßen den angeblich zeitreisenden Ritter Volkwin von Hornburg (Michael Koch) im heimischen Wohnzimmer. Foto: oh

Premiere von „Ein Ritter zum Verlieben“ in der Komödie am Altstadtmarkt solide aber etwas fade.

Von André Pause, 16.10.2013

Braunschweig. Nicht allzu viel los im blau-weißen Stübchen auf der Bühne der Komödie am Altstadtmarkt. Heidi Mahler spielt Lisa Sander, eine Schriftstellerin mit ordentlicher Ladehemmung.

Man möchte ihr zum Trost den Roy-Black-Hit „Du bist nicht allein“ kredenzen, denn die Premiere von „Ein Ritter zum Verlieben“, das Stück, in dem die Tochter der bekannten Volksschauspielerin Heidi Kabel bis zum 24. November agiert, kommt ebenfalls nicht richtig aus den Puschen. Ja, ja, diese Blockaden. Sie scheinen erblich zu sein: Sohn Felix Sander, gegeben vom agilen Christian Richard Bauer, nistet sich lieber im Sylter Ferienhaus der Mama ein, als das Physikstudium zu Ende zu bringen. Dann und wann und immer öfter bekommen die beiden Besuch vom Polizisten Jens Jensen (Werner H. Schuster), der sich in Lisa verliebt hat. Ächz. Bis hierhin darf getrost von relativer Ereignislosigkeit gesprochen werden. Oder, wie es die Sitznachbarin formuliert: „Na, bisher haut es einen ja nicht gerade vom Hocker.“
Das ändert sich ansatzweise, als Schreiberins Sohnemann seine angebliche Erfindung präsentiert: Was aussieht wie ein rundes Dixi-Klo mit Antenne, ist eine – Achtung, jetzt kommt’s – Zeitmaschine. Alles rappelt und zappelt ein paar blaue und grüne Lampen blinken und der retro-futuristischen Konstruktion entsteigt: Ein Ritter. Volkwin von Hornburg (mit brummigem Charme: Michael Koch) heißt der Kerl und spricht plattähnlichen Dialekt. Natürlich bekommt selbst Lisa schnell mit, dass der raumgreifende Apparillo nur zum Zwecke der Verkupplung mit dem behaupteten Krieger aus einer anderen Zeit entstanden ist. Und so ist es von Volkwin zu Volker, dem Verleger Dr. Volker Bauer, dann auch nur ein kleiner Schritt. Schließlich hatte der schon zu Beginn geradezu darum gebettelt, der mit dem Genre „historischer Roman“ fremdelnden Schriftstellerin vor Ort beim Verfassen behilflich sein zu dürfen. Bis die Autorin und die aus ihrer Sicht eierlegende Wollmilchsau endgültig auch auf persönlicher Ebene zusammenfinden, ereignen sich freilich noch ein paar Einbrüche und Eifersüchteleien mit Körpereinsatz. So sonderlich aufregend ist das alles jedoch nicht.
Fazit: Die Story ist von spannungsloser Durchschaubarkeit, und, vor allem vor der Pause, etwas fade. Die Schauspieler tun, was sie tun sollen, und sie tun es den Umständen entsprechend gut. Solides Unterhaltungshandwerk – nicht weniger, aber beim besten Willen auch nicht mehr.
Zu sehen ist der Ritter zum Verlieben bis zum 24. November. Termine und weitere Infos finden Sie im Internet: www.komoedie-am-altstadtmarkt.de .
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.