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Die zwei Seiten der Musikmedaille

Beim neunten und letzten Talentschuppen vor dem Finale auf der Funkausstellung gab‘s Akustik-Pop und lauten Rock.

Von Marc Wichert, 10.10.2012

Braunschweig. Absolute Gegensätzlichkeit prägte den neunten nB-Talentschuppen am Sonnabend bei Radio Ferner. Zu hören gab es Akustik-Pop von Peter der Wolf und verspielt-harten Rock von Ampere Me aus Ilsede.

Peter der Wolf hatte Spaß und machte Spaß, auch wenn er zu Beginn seines Auftrittes noch etwas aufgeregt schien. Zwar macht der Braunschweiger „schon ewig und drei Tage“ sowohl allein, als auch in einer Band Musik, wie er vor dem Auftritt sagte. Nur so ganz allein auf der Bühne sei allerdings etwas anderes, gab der Sänger und Gitarrist zu.
In der folgenden knappen Stunde machte es der Wolf den Zuschauern dann aber doch leicht, ihm zuzuhören, oft zu schmunzeln und zu überlegen, ob jemand, der so schön Gitarre spielt und so nette kleine Geschichten erzählt, es vielleicht irgendwann auf die großen Bühnen schaffen könnte. Seine Themen: die Liebe, die Untiefen der Gefühle, die Schwierigkeiten des Lebens. „Teddy im Arm“ etwa ist ein Liebeslied an sein Kuscheltier von einst, erklärte Wolf dem Publikum. Und dieser Teddy war wichtiger als jeder Mensch, so scheint es. „Damit Menschen mir zuhören, müsste man sie ausstopfen“, singt er. Der Teddy, der konnte zuhören, so wie andere Menschen das von ihren Haustieren erzählen.
Dabei nahm sich Wolf selbst nicht ganz so ernst, wechselte von Falsett in stakkatohaften Sprechgesang und hatte dabei immer ein kleines Grinsen im Gesicht.
In einem anderen Lied fragt er seine Erzeuger: „Warum habt Ihr mich gezeugt? Heute ist wieder einer dieser Tage, an dem ich mich frage, warum ich aufgestanden bin.“ Da war sie wieder, diese Traurigkeit, die in der nächsten Zeile aber schon wieder durchbrochen wurde. „Irgendwann werde ich ein Gewinner sein!“ Lachen beim Wolf, Lächeln bei den Zuschauern – immer wieder warfen Interessierte einen Blick in den Talentschuppen, schließlich lief in der gesamten Innenstadt „citymeetsmusic“, bei der die Läden zu musikalischem Programm bis zum späten Abend geöffnet hatten.
Die vier Jungs von Ampere Me aus Ilsede spielten den zweiten Gig des Abends, und der erste Song zeigte gleich an, mit wem man es zu tun hatte. Fette E-Gitarren, kräftig gespieltes Schlagzeug und ein spürbarer Bass schraubten die Lautstärke hörbar in die Höhe. Dazu der deutsche Gesang von Tobias Laufer, dessen Texte nicht immer zu verstehen waren. Dafür war die Musik, nach eigenen Angaben „Progressive Rock“, umso schwerer und vertrackter, mit vielen Rhythmuswechseln, manchmal leider fast schon zu verkopft. Stark waren Ampere Me, wenn sie sich mal auf eine Melodie einließen. Dann wippten auch die Zuhörer im Takt mit.
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