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Die Stadt und große Unternehmen stehen an der Seite des CSD

So bunt ist Braunschweig. (Foto: Nizar Fahem)
 
Fantasievoll wie immer: Maic und Sandro in diesem Jahr als Bauarbeiter. (Foto: Nizar Fahem)
Braunschweig: Schlossplatz |  

Noch größer, noch schöner, noch politischer als im vergangenen Jahr: Das Sommerlochfestival ging heute mit einer bunten Parade und einer Abschlusskundgebung auf die Zielgrade.

Von Ingeborg Obi-Preuß. Braunschweig, 29. Juli 2017.

Ratsfrau Anke Kaphammel überbrachte auf der Bühne vor dem Schloss die Grüße von Oberbürgermeister Ulrich Markurth. "Die Stadt steht an Ihrer Seite", versicherte sie und lobte den Verein für sexuelle Emanzipation, der sich als Veranstalter das ganze Jahr über für Toleranz und Gleichberechtigung einsetze. Landtagsvizepräsident Klaus-Peter Bachmann betonte, dass er die Schirmherrschaft besonders gern übernommen habe.

Der SPD-Politiker wetterte gegen "die bayerischen Katholiken und ihre Bischöfe", die das jüngst verabschiedete Gesetz zur "Ehe für alle" vom Bundesverfassungsgericht prüfen lassen wollen. "Angela Merkel hatte die Abstimmung freigegeben, weil sie erkannt hatte, dass es eine Mehrheit dafür im Parlament gibt", erklärte Bachmann, "das war eine weise Entscheidung." Und tatsächlich haben 60 Prozent der Parlamentarier für das Gesetz gestimmt. "Aus Umfragen wissen wir, dass die Zustimmung in der Gesamtbevölkerung noch höher liegt, nämlich bei 75 Prozent", sagte Bachmann. 
"Wir erwarte nicht nur Toleranz, wir sind tolerant", rief er den Gästen vor der Bühne zu. "Als vorhin rechte Chaoten diese Parade stören wollten, da war ein Regenbogen am Himmel zu sehen, das ist doch ein gutes Zeichen", fügte er an.
Damit sprach er eine Aktion an der Schuhstraße an. Laut Polizei waren acht Personen mit einem Transparent in die Parade gesprungen, um zu stören. Beim Eintreffen der Streifenwagen waren sechs Männer direkt weggerannt, von zwei Personen wurden die Personalien aufgenommen.
"Wir sind dieses Jahr noch größer, noch erfolgreicher", freute sich Björn Waldmann vom Organisationsteam. 3100 Aktive und 18 Fahrzeuge gehörten zu dem bunten Tross, "so viele wie noch nie", sagte Waldmann.
Volkswagen Financial Services ist seit 2002 Hauptsponsor des Sommerlochfestivals. "Darauf sind wir sehr stolz", betonte Kathrin Laatz, Personal- und Kompetenzentwicklung. Vor zehn Jahren hat das Unternehmen auch die "Charta der Vielfalt" unterzeichnet. "Zum Jubiläum haben wir jetzt einen Fächer entworfen, der zeigt, was wir unter Diversity Management wirklich verstehen", erklärte die Personalfachfrau am Stand auf dem Schlossplatz. "Es geht um sexuelle Toleranz, aber um noch viel mehr, auch Themen wie Inklusion, Alter, kultureller Hintergrund, Minderheiten und Geschlecht gehören für uns dazu."
Auch Siemens war mit einem Stand vertreten. "Seit 2015 haben wir ein offizielles Netzwerk im Unternehmen", erklärte Dagmar Kohnen, die bei Siemens als "Testpilotin für Züge" arbeitet. Anfang habe es durchaus Stress beim Thema "Diversity" gegeben, "aber inzwischen wächst unser Netzwerk kontinuierlich. Ich bin jedenfalls stolz darauf, dass ich auf meinem Schreibtisch ein Foto meiner Frau stehen habe, und dass das kein Problem mehr ist."
Bei Redaktionsschluss feierte die CSD-Familie noch weiter, am Abend steht für das Partyvolk der Discoturm am Gieseler auf dem Programm. 
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