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Die Ruhe vor dem Indianeransturm

Acht Wochen wurde nicht gemäht, damit der Kleine Onkel und seine drei Weidegenossen genug zu grasen haben.
 
n vier Wochen Vorlaufzeit haben Matthias Lanzer, Paul Kunze und die gesamte Crew Wildweststimmung geschaffen.

Spiel’s noch einmal … das Lied vom Löwen – Wiederaufnahme des Braunschweig-Westerns

. Von Marion Korth, 02.08.2017.

Braunschweig. Vier Jungs, ein Mädchen und zwei Brechstangen, mehr braucht es nicht – für einen Einbruch oder in diesem Fall, um einen tonnenschweren Eisenbahnwaggon allein mit Muskelkraft in Bewegung zu setzen. In „Spiel mir das Lied vom Löwen“ wird geschauspielert, gesungen, musiziert und echt hart geackert, um das Bühnenbild im Lokpark von der kakteenbestandenen Prärielandschaft in einen verruchten und verrauchten Saloon zu verwandeln.

Am Montag begannen die Proben, am Donnerstag wird die Winnetou- und Westerngeschichte mit viel Lokalkolorit ihre Wiederaufnahme feiern.

Nicht nur die Pferde, auch die Proben laufen im Galopp, damit die Produktionskosten nicht davonrennen. Nur vier Durchläufe sind geplant. In diesem Jahr alles kein Problem, schließlich ist die Mann- und Frauschaft 1:1 dieselbe wie beim ersten Mal 2016. Profis allesamt. „Da besteht blindes Vertrauen“, sagen Matthias Lanzer, mit Christian Eitner Geschäftsführer der Monofon GmbH, und Paul Kunze von Mitveranstalter Undercover. Dialoge müsse niemand mehr pauken, nur auffrischen, ebenso die eigens komponierten Musikstücke. „Wieder ’reinkommen“ lautet die Aufgabe. „Also Cowboylieder spiele ich sonst keine“, sagt Musiker Tom Bennecke. Akustikgitarren hat er dabei, Slides und was der Countrymusiker sonst so braucht. „Es ist eine Mischung aus Aufregung und Vorfreude, eigentlich bin ich vor jedem Auftritt ein bisschen kribbelig“, sagt Bennecke bei Probenbeginn. „Jetzt geht es vor allem um die Abläufe“, erläutert Paul Kunze beim Rundgang übers Gelände. Und darum, sich nicht gegenseitig im Halbdunkel der Halle über den Haufen zu laufen oder – wie ich – über ein im Boden eingelassenes Metallteil zu stolpern.

Der Lokpark ist in jeder Beziehung ein spezieller Ort, erst recht für eine Theatervorstellung. „Eine echte Dampflok, die in die Halle fährt, so etwas hat sonst keiner“, sagt Matthias Lanzer. Ein besonderer Ort auch deshalb, weil das ehemalige Eisenbahnausbesserungswerk keine generelle Genehmigung als Spielstätte hat, die Sondernutzung jedes Mal aufs Neue genehmigt werden muss. Lösungen sind gefragt, zum Beispiel, wie das Fehlen einer Entrauchungsanlage in der Halle ausgeglichen werden kann, um den Brandschutz zu gewährleisten. Verbessert wurde auch – größere Tribüne, erhöhte Stehplätze im Indianerlager.

Böse Überraschungen gab’s auch: Über den Winter haben Sturm und Regen ganze Arbeit geleistet, das unter einer Plane verstecke Bühnenbild für „Dolly’s Saloon“ erst abgedeckt und dann bis zur Unbrauchbarkeit durchweicht. „Das mussten wir neu bauen“, sagt Lanzer. Jetzt ist es wieder auf einen Waggon montiert, Jenny Haacke wacht über die Regieanweisungen, weiß genau, bei welchem Wort sie und ihre vier Jungs sich mit den beiden Brechstangen ans Werk machen müssen, um den Waggon auf die Bühne zu schieben. Bloß nicht zu schnell. „Sonst schießen wir übers Ziel hinaus“, sagt Lanzer und lacht. Denn sei der Trägheitsmoment erst einmal überwunden, rolle der Eisenkoloss fast von selbst. So wie der Western „Spiel mir das Lied vom Löwen“, den im vergangenen Jahr 12 000 Menschen sahen.
• „Spiel mir das Lied vom Löwen“ – Braunschweig-Western von und mit Christian Eitner und Peter Schanz – vom 3. bis 26. August auf dem Lokparkgelände. Karten im Vorverkauf ab 39 Euro erhältlich.
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