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Die Jungs aus Leipzig erfüllten den Dom

Stimmen, die verzauberten: Der Thomanerchor aus Leipzig am Tag der Deutschen Einheit beim seit vielen Wochen ausverkauften Konzert im Dom. Der Auftritt war gleichzeitig der Abschluss des Festivals „825 Jahre Marienaltar“. Foto: Thomas Ammerpohl

Festkonzert zum Tag der Deutschen Einheit im ausverkauften Dom – Leipziger Thomanerchor begeistert

Von Ingeborg Obi-Preuß. 06.10.2013. Braunschweig. Ein besonderer Moment im Dom: Die 60 Sänger des Thomanerchors – die Jüngsten mögen gerade zehn Jahre als sein – steigen im Gänsemarsch die Treppen zum Altar hinauf und positionieren sich vor dem berühmten siebenarmigen Leuchter. Sie lächeln ein wenig schüchtern; gerade die Kleinen wirken so gar nicht wie die Mitglieder eines weltberühmten Ensembles – bis das Konzert beginnt.

„Dieser Chor wurde 1212 unter Otto IV., der hier im Dom begraben liegt, gegründet“, erklärt Domprediger Joachim Hempel in seinem seit Wochen ausverkauften Haus. Vor allem den zähen Verhandlungen seines Kantors Witold Dulskis sei es zu verdanken, dass dieses herausragende Konzert genau am Tag der Deutschen Einheit stattfinden könne.
Sicherheit und Präzision
Mit enormer Sicherheit und Präzision meistern die Sängerknaben extrem schwierige Stücke, unter anderem stehen Kompositionen von Max Reger, Sebastian Bach und Richard Wagner auf dem Programm.
Ruhig und hochkonzentriert führt Thomaskantor Georg Christoph Biller seine Jungs mit beiden Händen lenkend durch die Werke. Wagners vierstimmige Vokalfuge „Dein ist das Reich“ verzaubert geradezu mit Wärme und Klarheit, Max Regers „Die Nacht ist kommen“ berührt mit seinem schlichten Text und der ruhigen Melodie, die Thomaner mit ihren hohen klaren Stimmen lassen dieses Nachtlied auf eine ganz besondere Weise leuchten.
Der Chor ist der Stolz der Stadt Leipzig. Vor zwei- bis dreitausend Besuchern singen die insgesamt 91 Jungen im Alter zwischen neun und 18 Jahren jede Woche in der Leipziger Thomaskirche. Der Chor ist kein klassischer Kirchenchor. Träger ist die Stadt Leipzig, die Knaben mit ihren zarten Stimmen sind ein wichtiger Werbe- und Wirtschaftsfaktor. Ihre Tourneen führen nach Japan und Amerika. Und – wie jetzt – nach Braunschweig.
Weltberühmte Qualität
Das Programm im Dom ist anspruchsvoll, das Konzert bildet den Abschluss des Festivals „825 Jahre Marienaltar“. Neben dem Thomanerchor spielt Kantor Wituld Dulski brillant und virtuos an der Orgel Stücke von Georges Guiraud und Henri Mulet.
Zeit, für die Chorknaben sich kurz auszuruhen, sie hocken auf den Stufen, flüstern ein wenig Miteinander, bis der mahnende Blick ihres Kantors sie trifft, gähnen versteckt oder nesteln an ihrem Notenheft – ganz normale Jungs eben. Bis zu ihrem Einsatz; wenn der Gesang anhebt und der Chor seine weltberühmte Klangkraft verströmt, ist es kaum zu glauben, dass hier Kinder und Jugendliche am Werk sind.
Ganz viel Applaus für ein bewegendes Konzert.
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