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Die ganze Stadt auf den Spuren Luthers

Der katholische Klerus bekommt sein Fett weg: Schüler der Comenius-Grundschule spielen auf dem Altstadtmarkt die Zeit Luthers und seinen Kampf gegen den Ablasshandel nach. Foto: Birgit Wiefel

Rund 1000 Schüler und ein Kunstwerk erinnern an den Beginn der Reformation in Braunschweig.

Von Birgit Wiefel, 06.09.2017.

Braunschweig. Die ganze Stadt im Luther-Fieber: Rund 1000 Schüler erinnerten gestern auf dem Altstadtmarkt an den Beginn der Reformation in Braunschweig. Die evangelisch-lutherische und katholische Propstei feierten einen ökumenischen Gottesdienst und Oberbürgermeister Ulrich Markurth eröffnete auf dem Schlossplatz ein Kunstwerk des Braunschweiger Bildermachers Wolf Menzel: 95 Stelen mit den Gesicht und den Thesen des großen Reformators.

„Auch wenn Luther nie in der Stadt gewesen ist, hatten seine Idee Auswirkungen auf Braunschweig“ erläuterte Markurth. Denn auf den Tag genau, am 5. September 1528, verkündete der Luthervertraute Johannes Bugenhagen vom Balkon des Altstadtrathauses eine evangelische Kirchenordnung, die später als Stadtordnung übernommen wurde und bis nach Norddeutschland und Skandinavien ausstrahlte. „Fürsorge für die Armen und Bildung für alle, auch für Mädchen – das waren revolutionäre Gedanken, die sich bis auf die heutige Zeit auswirkten“, so Markurth. 

Das Fest am gestrigen Dienstag war mit einer der Höhepunkte im Rahmen der Feierlichkeiten zum Reformationsjahr.
Schon am Morgen schlenderte Johannes Bugenhagen (dargestellt von dem Schauspieler Georg Renz) über den Altstadtmarkt und erklärte Schülern seine Ideen, die heute selbstverständlich erscheinen, damals aber die kirchliche und gesellschaftliche Ordnung über den Haufen rannten: Der Rat sollte unter anderem ein Mitspracherecht bei der Besetzung der kirchlichen Stellen und alle Jungen und Mädchen eine Schulbildung erhalten. Mit den Stelen, die bis zum 15. September auf dem Schlossplatz ausgestellt sind, hätten die Braunschweiger zudem Gelegenheit, „quasi en passant etwas über die Thesen Luthers zu erfahren“, lud Oberbürgermeister Ulrich Markurth ein.
Das wissenschaftliche Fundament lieferte am Abend noch Dr. Olaf Möricke, Kieler Reformationsexperte, der sich in der Dornse mit der „Braunschweiger Reformation in vergleichender Perspektive“ befasste.
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