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Die belgische Bescheidenheit

26. Filmfest beendet – „Europa“ für Gourmet.

Von André Pause, 14.11.2012.

Braunschweig. Der nickelbebrillte Mann im schwarzen Jacket lächelt milde. Fast so als wolle er fragen: „Ist das richtig, ich werde hier heute geehrt?“

Ein bisschen Koketterie mochte dabei sein, aber der belgische Schauspieler Olivier Gourmet, diesjähriger Filmfest-Hauptpreisträger der „Europa“, wirkte auffallend geerdet, im Rahmen der Pressekonferenz am Abschlusstag des 26. Internationalen Filmfest Braunschweig. Eine Retroperspektive mit neun seiner Filme hatte ihm das Filmfest gewidmet, bevor ihm der mit 10 000 Euro dotierte Schauspielerpreis für herausragende schauspielerische Leistungen und Verdienste um die europäische Filmkultur überreicht wurde.
Auch wenn er sich über den Preis freute: „Anerkannt oder geliebt werden war nie Sinn und Ziel für mich, auch wenn Schauspieler natürlich ein Ego haben“, skizzierte der Gourmet, „ich habe einfach Freude am Spielen und das Glück gehabt auf Lehrer zu treffen, die mir deutlich gemacht haben, dass ich Verantwortung habe, etwas menschlich rüberzubringen.“ Auf seine Rollen bereite er sich eher affektiv vor, natürlich müsse man sich für den jeweiligen Zustand sensibilisieren, vieles funktioniere aber auf Tastendruck, wie bei einem Instrument. „Ich bin allerdings auch Bastler, denke mir selbst gerne Personen aus. Manchmal nähere ich mich in einer Rolle auch Leuten, die weit weg sind. Da bin ich dann eher schüchtern“, meinte Gourmet, der diesen recherchegeprägten Part seiner Arbeit mit der eines Journalisten verglich.
Im Rahmen der Abschlussgala hielt Filmpublizist Gerhard Midding die Laudatio auf den Preisträger. Darüber hinaus wurde der französische Film „Headwinds“ mit dem Publikumspreis „Der Heinrich“ für europäische Debüt- und Zweitfilme ausgezeichnet. Die kanadische Produktion „Catimini“ bekam den deutsch-französischen Jugendpreis „KINEMA“. Der Kurzfilm-Musikpreis „Der Leo“ ging an „Pfffhp tt!“ aus Deutschland.
Sehr zufrieden mit der 26. Auflage des Filmfestes zeigte sich Volker Kufahl. „Wir hatten wieder etwas mehr als 25 000 Zuschauer. Zwei absolute Highlights waren die beiden ausverkauften Filmkonzerte. Gefreut hat mich persönlich, dass sich viele Gäste für das Programm, die herzliche Atmosphäre und die Organisation bedankt haben“, betonte der Festivalleiter.
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