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Die Autonomie des Individuums

Operndirektor Philipp Kochheim, Andreas Steudner (Leiter des Jungen Staatstheaters), Generalintendant Joachim Klement, Tanztheaterleiter Gregor Zöllig, Orchesterdirektor Martin Weller und Chefdramaturg Axel Preuß (v.l.) bei der Vorstellung des Staastheaterprogramms für die Spielzeit 2015/16. Foto: André Pause
Braunschweig: Staatstheater |

Am Staatstheater Braunschweig wurde das Programm für die kommende Spielzeit vorgestellt.

Von André Pause, 16.05.2015.

Braunschweig. Staatstheater-Generalintendant Joachim Klement eröffnet die Vorstellung des Programms der kommenden Spielzeit mit Verweisen auf die Grundrechtecharta der Vereinten Nationen, verbunden mit der Frage, für wen die dort manifestierten Grundrechte denn überhaupt noch gölten – „in Zeiten vorherrschender Ängste, wo 50 Millionen Menschen verfolgt werden, und die gesellschaftliche Mitte zu zerbröseln droht“.

Um den Begriff der Freiheit, um die Autonomie des Individuums solle es in der nächsten Spielzeit dann auch vornehmlich gehen. „Es ist Aufgabe des Theaters, diese zentralen Fragen des Einzelnen und der Gemeinschaft immer wieder spielerisch zu verhandeln. Wer die Gegenwart gestalten will, darf den Blick in die Vergangenheit ebenso wenig scheuen wie den visionären Entwurf der Zukunft“, sagte Klement.
16 Wiederaufnahmen und 30 Premieren werden in der Saison 2015/16 zu sehen sein, davon acht im Musiktheater und elf im Schauspiel (drei Uraufführungen). Darüber hinaus gibt es wie in dieser Spielzeit wieder eine spartenübergreifende Produktion. Jacques Offenbachs „Die Banditen“ entsteht in gemeinsamer Arbeit von Musiktheater und Schauspiel.
Chefdramaturg Axel Preuß möchte Freiheitswerte und Menschenrechte in der Zivilgesellschaft befragen, rückt mit Büchners „Dantons Tod“ gleich zum Auftakt im Großen Haus die hehren bürgerlichen Ideale Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit ins Zentrum, während das 2011 von Roman Polanski verfilmte „Der Gott des Gemetzels“ von Yasmina Reza das Wohnzimmer zum Gerichtshof macht. Das erste Theaterstück Ferdinand von Schirachs, „Terror“, fragt nach den Grundfesten unserer Verfassung und macht dabei das Publikum zum Schöffen. Ein weiteres Highlight im Schauspiel verspricht Fontanes Klassiker „Effi Briest“ zu werden, den Anna Bergmann im kommenden Jahr inszenieren wird. Eine Fortsetzung findet die Zusammenarbeit mit dem Dokutheaterkollektiv werkgruppe 2, das sich dieses Mal den Glaubensfragen widmen wird.
Im Musiktheater möchte Operndirektor Philipp Kochheim an die Erfolge der laufenden Spielzeit anknüpfen. Hier startet das Programm mit „Ragtime“, einem aufwendigen 52-Rollen-Musical in deutscher Erstaufführung, bevor mit Verdis „Rigoletto“ und Tschaikowskys „Pique Dame“ bekannte Werke zu erleben sein werden. Darüber hinaus wird die Preisträgeroper des ersten Internationalen Opernpreises Braunschweig uraufgeführt: Peter Aderholds „Orlando“ nach dem Roman von Virgina Woolf,
Einen völligen Umbruch gibt es in der Tanzsparte. Hier verspricht Joachim Klement mit dem neuen künstlerischen Leiter Gregor Zöllig einen „ästhetischen Fühlraum der Möglichkeiten“. Fünf Uraufführungen, darunter eine Choreografie Zölligs zu Brahms „Ein deutsches Requiem“ sowie ein Gastspiel (Susanne Linke mit „Ruhrort“) stehen hier auf dem Spielplan.
Weitere Infos, auch zum Programm des Jungen Staatstheaters und des Staatsorchesters, erhalten Sie im druckfrischen Spielzeitbuch, das in allen Häusern des Theaters ausliegt – oder unter staatstheater-braunschweig.de im Internet.
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