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Deutscher Krimi mit Coolness-Faktor

„Tatort“-Reihe fasziniert immer mehr junge Leute – Seit 2012 läuft die Krimireihe auch öffentlich im C1.

Von Falk-Martin Drescher, 18.02.2014.

Braunschweig. Früher war es der Grund, beim gemeinsamen Fernsehabend zur Sonntags-Primetime vorzeitig das Wohnzimmer zu verlassen. Heute pilgert das junge Volk dafür aus der ganzen Region ins Kino. Die Rede ist vom „Tatort“. Die Kriminalreihe ist im Club der Coolness angelangt.

Seit 1970 schon wird die Fernsehreihe ausgestrahlt, ist damit das am längsten laufende und zugleich beliebteste Krimiformat im deutschsprachigen Raum. Ein Format mit einer Mischung aus Routine und Frische. Die Erstausstrahlung läuft üblicherweise sonntags auf ARD, am vergangenen Sonntag wurde die bereits 900. Folge gezeigt. „Zirkuskind“ war ihr Titel, in Ludwigshafen wurde sie gedreht. 9,38 Millionen Zuschauer verfolgten die Ausgabe, damit war sie die stärkste Sendung des Abends.
Aufmerksam mitgerätselt wurde auch im C1 Cinema. Das Kino zeigt die „Tatort“-Folgen bereits seit Mitte 2012, für die Gäste kostenfrei. „Tatort ist Kult“, hieß es in der damaligen Ankündigung. Zu Recht. In Mannheim startete „Fernsehen im Kino“ damals als Pilot, sollte das alte Konkurrenzverhältnis TV versus Kino aufbrechen. Statt alleine auf der Couch sollen die Fans gemeinsam vor der großen Leinwand mitfiebern können. Die Resonanz, sie ist groß: Im Schnitt kommen rund 300 Besucher zum „Tatort“ ins Kino, der Saal ist stets kräftig gefüllt. Im vergangenen Jahr etwa haben die Krimiabende im Kino 9817 Besucher generiert – das kann sich sehen lassen.
Die beliebtesten Ermittler kommen, an den Besucherzahlen gemessen, aus Münster und Köln. „Der erfolgreichste ’Tatort‘ bei uns war allerdings der erste ’Tatort‘ mit Til Schweiger: Willkommen in Hamburg. Da hätten wir gleich drei Säle aufmachen können“, erläutert Frank Oppermann, Theaterleiter des C1 Cinema. Ihn persönlich habe das Weimarer Ermittlerteam um Nora Tschirner und Christian Ulmen überrascht. „Das Duo ist wie geschaffen für den ’Tatort‘“, so Oppermann. „Ich schaue mir genau an, wer Regie geführt oder Drehbuch geschrieben hat. Da sind zum Teil große Talente am Werk, die im Kinoformat erzählen können und Figuren und Fälle glaubhaft und hochaktuell darstellen“, fügt der Theaterleiter hinzu.
Junge Leute genießen den „Tatort“ nicht nur gemeinsam im Kino, sondern auch gemeinsam im Internet. „Social TV“ ist das Stichwort. Statt des Fernsehers allein werden noch Smartphones oder Tablet-PCs hinzugezogen – gemeinsam mit Tausenden weiterer Interessierter wird dann parallel zur Ausstrahlung auf Plattformen wie Facebook, Twitter oder in Foren diskutiert.
Bei den Zuschauern im C1, die im Anschluss via Stimmzettel ihre Meinung kundtun, schnitt der 900. „Tatort“ übrigens sehenswert ab. Die Ergebnisse, die auf www.facebook.de/tatortinbraunschweig zusammengetragen werden, besagen: Der Sachverhalt sei realistisch und brisant, die Beweisaufnahme unschlagbar und bemüht, das Urteil spannend und solide gewesen.
Im Internet, etwa auf der Facebook-Fanseite der Krimireihe, waren die Stimmen sehr gemischt. Glaubt man den Kommentaren, muss ein Großteil der Zuschauer eingeschlafen sein. Im Kino sind jedenfalls alle wach geblieben …
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