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Der Künstler wird Avatar

Eike Berg erläutert seine Installation „Diary Entries“. Foto: Pause

Eike Berg präsentiert Arbeiten zur „Zeitverschiebung“ im Ein-Raum-5-7.

Von André Pause, 09.07.2016.

Braunschweig. Der monoton zählende Mann im projizierten Bild wird einfach nicht älter, dabei spricht er seit 17 Jahren scheinbar Ziffer um Ziffer. Vor kurzem ist er bei 362 000 angelangt.

„Incremential“ ist eine von vier Arbeiten, die der Künstler Eike Berg (Jahrgang 1966) bis zum 23. Juli unter dem Titel „Zeitverschiebung“ in der Galerie EinRaum-5-7 im Handelsweg präsentiert. Roter Faden der Schau ist das tektonische Zusammendenken von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Im Werk des Wahlmünchners Berg wird der Zeitfluss in der Wahrnehmung des Betrachters zur beeinflussbaren Größe.

Das besagte computergesteuerte Video beispielsweise basiert auf zufallsgenerierten sowie programmierten Abläufen. 33 Zahlen hat Berg vor der Kamera einst eingesprochen, nun zählt ein Programm anhand der Vorgaben im Hintergrund ins Unendliche (X=X+1). Im Interface driftet die gegenwärtige Hörebene damit immer weiter weg vom vergangenen Bild des Künstlers, der – Dorian Gray gleich – nicht altert. Durch diesen Kniff wird der Künstler quasi zum Avatar seiner selbst.

Die Arbeit „Alteration“ ist dagegen ein Entstehen und Vergehen dokumentierender Kreislauf. In rhythmisierender Darstellung verändert sich eine Oberflächenstruktur. Wobei die jeweils neue Wirklichkeit zunächst wie ein Fehler im System wirkt. Mit filmischen Loops in „Diary Entries“ lotet Berg schließlich die Grenzen zwischen Narration und Bildwahrnehmung aus.
Weitere Infos unter www.einraum5-7.de .
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