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Der Holländer setzt die Segel

nB präsentiert das Burgplatz-Open-Air

Von Ingeborg Obi-Preuß

Braunschweig. Ab morgen wird die Bühne für den „Fliegenden Holländer“ auf dem Burgplatz aufgebaut. Premiere ist am 23. August.

Die nB präsentiert auch in diesem Jahr das Klassik-Open-Air mitten in der Stadt. Vom 23. August bis zum 7. September zeigt das Staatstheater Richard Wagners Oper „Der Fliegende Holländer“ in der Freiluft-Arena. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Georg Menskes, für die Inszenierung ist Lutz Graf verantwortlich, die Kostüme sind von Nina Reichmann.
Das anspruchsvolle Bühnenbild von Andreas Jander wird ab morgen in die Realität umgesetzt. Mehr als 30 Lastwagen werden rund 300 Kubikmeter Sand auf den Burgplatz kippen, riesige Tücher sollen während der Vorstellungen über die Bühne wehen – hohe Anforderungen an die Technik, ein enges Zusammenspiel zwischen den Aufbau-Profis ist nötig. Theatermeister Siegfried Schlageter ist Wagner-Fan. Gerade ist er aus Bayreuth zurück, „Parsifalklänge“ in den Ohren. Da kommt ihm der „Fliegende Holländer“ gerade recht. Morgen beginnt der Aufbau – und Theatermeister Schlageter ist in seinem Element.„Meine 31. Spielzeit, meine sechste Open-Air-Inszenierung auf dem Burgplatz“, zählt der 58-Jährige kurz auf. Ein alter Hase, den so schnell nichts mehr aus der Ruhe bringt.
Und doch – diese Mischung aus Vorfreude und Anspannung wird deutlich. Premiere der Wagner-Oper ist am 23. August. Die Details hat Schlageter im Kopf, der Mann weiß vermutlich im Schlaf, wo was hinkommt, was wann geliefert werden muss – und vor allem, wie es am Ende aussehen soll. Anfang März hat er damit angefangen, das Modell von Andreas Jander zum Leben zu erwecken. „Alle Werkstätten des Theaters sind daran beteiligt“, erklärt Schlageter das Zusammenspiel zwischen den technischen Profis. Einen Monat lang haben Sänger und Chor bereits im Schimmelhof geprobt. „Fast alle Teile des Bühnenbildes hatten wir aufgebaut, denn nur während des Spiels ist zu erkennen, wo es hapert.“
20 Kubikmeter Sand waren zu Probenzwecken in die Schimmelhof-Räume gekippt worden, jetzt, auf den Burgplatz, kommen einige Laster mehr zum Einsatz. „300 Kubikmeter Sand werden geliefert“, erzählt Schlageter. Sie müssen verteilt werden und noch wichtiger – sie müssen da liegenbleiben, wo sie liegen sollen. Und das ist in diesem Fall ein Schräge. Also lässt Schlageter Leisten auf die Rampe hämmern, baut Stufen, legt den Boden mit Flies aus, damit der sandige Grund nicht zusammenrutscht. „Nach jeder Aufführung müssen meine Jungs alles wieder in den Originalzustand bringen“, blickt der Meister auf die nächsten Wochen. „Meine Jungs“, das sagt Siegfried Schlageter gern, die Liebe zum Team ist spürbar. Für Kaffee und Brötchen sorgt der Chef, eine nette Arbeitsatmosphäre ist ihm wichtig.
Aber er ist auch streng. Wenn der gelernte Maschinenschlosser von der Arbeit spricht, klingt der hohe Anspruch durch. Und läuft es einmal nicht rund, wird er laut. Aber meistens läuft es ja, denn das Team ist eingespielt, arbeitet Hand in Hand, kennt inzwischen auch die Besonderheiten der Open-Air-Inszenierungen. „Wind, Sonne und Regen müssen wir einplanen“, erzählt Schlageter.
Dazu die Wünsche der jeweiligen Regisseure. „Bislang ist das Burgplatz-Bühnenbild mit jedem Jahr anspruchsvoller geworden“, sagt Schlageter. Und der Holländer schießt den berühmten Vogel ab. Allein die 30 Lkw-Ladungen Sand stellen eine Herausforderung dar, aber es kommt noch dicker: Vom Balkon des Doms aus soll eine Windmaschine eine riesige Stoffbahn über die Arena pusten und von Gegenüber, aus der Handwerkskammer, soll das Gegenstück flattern.
Punktgenau. Eine echte Herausforderung – bei Siegfried Schlageter ist sie richtig. Denn was in seiner Macht steht, wird er tun, damit „sein Holländer“ perfekt über die Bühne geht.
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