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„Der Fokus liegt ganz auf Prag“

Tom Krimi, Nora Tschirner und Erik Lautenschläger (v.l.) sind die Band Prag. Foto: Tanja Häring/ oh

Ungewöhnlicher Auftrittsort: Nora Tschirner kommt mit ihrer Band Prag ins Steigenberger Hotel.

Von André Pause, 17.11.2013.

Braunschweig. Erik Lautenschläger, Nora Tschirner und Tom Krimi sind Prag. Heute Abend präsentiert die Band in ungewöhnlichem Ambiente ihr Debütalbum „Premiere“. Beim Telefoninterview meldet sich Tschirner mit tiefer Stimmlage und meint, wir müssten uns beeilen: „Der Akku hat nur noch neun Prozent.“

? Ich habe mal einen Blick auf eure Eintrittspreise geworfen: Cottbus 24,20 Euro, Wuppertal 23,50 Euro, Braunschweig
45,50 Euro. Warum kostet die Karte hier denn beinahe das Doppelte?

! N.T.: Das ist ja ein Riesenschnapp. Was hast du gesagt, 45 Euro?

? 45,50 Euro. Vielleicht seid ihr für diese Frage aber auch die falschen Adressaten ...

! N.T.: (fragt intern) Nehmen die echt 45,50 Euro in Braunschweig? T.K.: Mit Essen, Trinken und Hostessenservice. E.L.: Das ist eine Veranstaltung in einem Hotel. Die haben da ein Komplettangebot. Normalerweise spielen wir nur unser Konzert. (lacht) Den Braunschweigern scheint das nicht zu reichen, die wollen gleich das ganz große Ding. Dafür können wir gar nichts. Wir sind, dafür was wir auf die Bühne stellen, eine relativ preiswerte Band. Das ist irgendwie ein anderes Konzept und hängt nicht an uns.

? Ist das Konzert auch sonst anders als in andern Orten?

! N.T.: (lacht) Von der Textverständlichkeit wird‘s halt schwierig, weil wir die ganze Zeit am Mampfen sein werden. Es wird ein schlechteres Konzert werden, aber man ist hinterher satter als sonst.

? Das Konzert findet in der Tat im Steigenberger-Hotel statt. Schicke Adresse, aber vermutet ihr in diesem Umfeld euer Publikum?

! T.K.: Wir hoffen es (alle lachen). Wir waren noch nicht in Braunschweig, es ist der erste Ort, der uns angeboten wurde.

? Eure Platte „Premiere“ beinhaltet einige sehr aufwendige Arrangements, ihr habt einiges mit dem Prager Filmorchester eingespielt. Wie setzt ihr diese Komplexität auf der Tour live um?

! T.K.: Wir haben sieben weitere Musiker dabei, die Streichinstrumente spielen, Trompete spielen. Nora arbeitet sich an Hackbrettern, Xylofonen und Glockenspielen ab und springt permanent zwischen den Sektionen hin und her. E.L.: Der Einzige, der nahezu gar nichts macht, bin ich. Ich singe einfach die ganze Zeit. Nur in Braunschweig esse ich auch noch – das wird ein großer Spaß.

? Musikalisch habt ihr mich, im positiven Sinne, etwas wuschig gemacht: „Argumente Tausendfach“ klingt nach Paul Anka, „Und ein jeder hält die Luft an“ hat was von Divine Comedy und „Bis einer geht“ ist eine Art Wohlfühl-Country-Pop. Wie lange habt ihr im Vorfeld diese unterschiedlichen Song- und Soundideen gesammelt?

! T.K.: 43 Jahre. E.L.: Es ging eigentlich total schnell, dadurch, dass Tom sich schon sein ganzes Leben lang gewünscht hat, all das mal rauszulassen. Die Arrangements sind förmlich aus ihm herausgeplatzt. Insgesamt hat es zwei Jahre gedauert, die Platte zu machen. Uns kommt das alles vom Arrangement auch gar nicht so unterschiedlich vor. Wenn du zum Konzert kommst, wirst du sehen, wie ähnlich sich die Lieder sind.

? Nora macht Film, Erik macht Erik & Me, Tom macht Platten wie „Why don’t we“. Wie kommt ihr arbeitstechnisch zusammen?

! E.L.: Wir haben uns tatsächlich im letzten Jahr oder die letzten zwei Jahre extrem auf Prag konzentriert. Erik & Me hat die letzte Platte 2011 gemacht, Tom seine ebenfalls. Daher bekommen wir das jetzt gerade ganz gut hin. Zuletzt hatten wir zwar wieder ein bisschen Zeit, auch andere Sachen zu machen. Aber grundsätzlich ist da momentan schon ein großer Fokus auf Prag. Wir arbeiten ein bisschen nach dem Lustprinzip: Das, was uns am ehesten anspringt, machen wir. T.K.: Und weil es uns ganz mächtig angesprungen hat, sind wir auch tatsächlich schnell in dem, was wir tun.

? War Prag für euch zunächst ein Projekt oder von Beginn an eine Band?

! E.L.: Das ist wirklich so gewachsen. Zunächst war es ein Projekt, als Nora dazu kam, wurde es eine Band. N.T.: Ich sollte eigentlich erst nur Duettpartnerin sein. Dann stellten wir fest, dass wir zu dritt sehr gut funktionieren.

? Nora, ich habe gelesen, du kennst Erik aus gemeinsamen Schultagen. Seid ihr in eine Klasse gegangen, und wie habt ihr in dieser Konstellation wieder zusammengefunden?

! N.T.: In einer Klasse waren wir nicht, wir sind ja sechs Jahre auseinander. Wir waren im gleichen Chor, und wiedergetroffen haben wir uns durch Zufall bei einer Filmpremiere eines gemeinsamen Pankower Freundes.
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