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„Der Chor ist dann ein einziger Gesamtorganismus“

Von Birte Probst

Braunschweig. Anatoll Krug vermutet in jedem ein Talent. „Singen Sie?“, fragt er beim nB-Gespräch den Kellner mit der dunklen Stimme. Der Chorleiter hat ein Gespür für die richtigen Tonlagen: Bei „Pop meets Classic“ schickt er seinen 100-köpfigen Chor „United Voices“ ins Rennen.

Aus vollen Kehlen sollen die Laien-Musiker die Profis wie „Voodoo Lounge“ und Rebecca Nelsen dann unterstützen, sie singen Janis Joplins „Mercedes Benz“, Rolling Stones’ „You can’t always get what you want“ und Abbas „Thank you for the music“.
Jede Stimme zählt, doch die des Kellners im Café Haertle wird nicht dazu gehören. „Nein, ich singe nicht“, erteilt er Anatoll Krug eine knappe Absage und stellt ein Kännchen Kaffee auf den Tisch.
Schlimm ist das für den 61 Jahre alten Chorleiter nicht, ist die 100-köpfige Mannschaft für „Pop meets Classic“ doch bereits komplett. Aber: „Nageln Sie mich nicht auf 100 Sängerinnen und Sänger fest, es können auch 97 sein oder 104“, überlegt Krug. Das komme immer auf den Krankenstand an. Eine Ausfallquote von 20 Prozent wäre fatal.
Wollen wir nicht hoffen. Seit geraumen acht Wochen probt der erfolgreiche Berufsmusiker und Pianist der „City-Jazznight“ schließlich schon mit seinen zwei Chören, der Braunschweiger „Groove Connection“ und den Gifhorner „Gif’n Voices“. Weil weder in dem einen noch in dem anderen genug Sänger waren, legte Krug die beiden Chöre kurzerhand zusammen und gab ihnen den passenden Namen „United Voices“ („Vereinte Stimmen“).
Ideengeber war Christian Eitner, kreativer Kopf und künstlerischer Leiter bei „Pop meets Classic“. Auf die Teilnahme eines Chores kam der Jazzkantinen-Chef aber selbst nicht, das war Krug. „Ich habe Christian einfach gefragt, ob wir mitmachen können – er hat sofort ‚ja’ gesagt.“ So läuft das eben unter Profis, „man kennt sich halt so“. Dann hat Eitner nur noch kurz bei den Proben reingehört, die Songs ausgewählt – und fertig war die Allianz.
Angst und Bammel? „Nein, warum?“, fragt Routinier Krug. Beim „Ball der Bauschaffenden 2007“ hätten beide Chöre perfekt harmoniert, außerdem sei die Probenarbeit hervorragend. Die Orchester-Partitur für „Thank you for the music“ ist auch bereits geschrieben.
Damit auch wirklich nichts schiefgeht, hat jeder Sänger eine „Teach me“-CD für jeweils seine Stimme. Egal, ob Tenor, Alt, Bass oder Sopran – jede Stimme ist einzeln aufgenommen, für die Proben zu Hause.
Eine gemeinsame Probe in der Woche genügt. Am Wochenende vorm Event wird noch ein Workshop eingelegt. „Der Chor ist dann ein einziger Gesamtorganismus“, bringt es Krug auf den Punkt.
Nur eins bereitet ihm ein wenig Kopfzerbrechen: „Die engen Auf- und Abgänge der Bühne.“ Hierfür gibt Krug die Zügel weiter – an den Bühnenmeister. Bis zum 26. April wird er für die richtige Aufstellung der 100 Sängerinnen und Sänger sorgen. Garantiert.
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