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Denver-Clan trifft Lindenstraße und der Zauberwürfel schaut zu

Standing Ovations für „Familie Malentes 99 Luftballons“ in der Komödie am Altstadtmarkt.

Von André Pause, 06.07.2011

Braunschweig. In schöner Regelmäßigkeit widmet sich die Familie Malente humorvoll-musikalisch den heimgegangenen Dekaden des vergangenen Jahrhunderts. Die 50er, 60er und 70er Jahre haben sie beackert, den schönsten Grand Prix-Momenten wurde ebenfalls gehuldigt. Jetzt waren mit ihren „99 Luftballons“ die 80er in der Komödie am Altstadtmarkt an der Reihe.

„Keine Experimente“ lautete das Wahlkampfmotto der CDU im Jahr 1957. Die Wirtschaftswunder-Fans Knut Vanmarcke und Dirk Voßberg alias Peter und Vico Malente scheinen es zu ihrem persönlichen Credo gemacht zu haben – im positiven Sinn. Mit der Premiere von „Familie Malentes 99 Luftballons“ knüpfen sie in der ausverkauften Komödie dort an, wo sie in der vergangenen Spielzeit mit „12 Punkte für ein bisschen Frieden“ aufgehört haben. Gute zwei Stunden drücken die Hamburger gemeinsam mit Nicole Seeger und Anne Reuter gekonnt auf die Rückspultaste.
Spiel mit den Klischees
Dass es im Rahmen einer auf ein bestimmtes Zeitfenster abzielenden Revue durchaus Erwartbares geben kann, muss jedem klar sein. Allein das Bühnenbild ist ein 80er-Insigniensammelbecken: Der unvermeidliche Zauberwürfel ist angedeutet, ein überdimensionaler Pac-Man-Bildschirm hängt im Hintergrund, eine mit allerlei Aufklebern versehene Resopalküche steht im Raum und so weiter. Doch das kunterbunte Spiel mit den Klischees funktioniert prächtig. Nicht zuletzt, weil die Malentes, wenn es ums Detail geht, ab und an doch zu Anarchisten werden. Da scheitern die Professoren Brinkmann aus der Schwarzwaldklinik an der Notoperation eines Brathähnchens, oder Rudi Carrell versucht in seiner Sendung Herzblatt Prinz Charles mit Lady Diana, der Queen oder Camilla Parker Bowles zu verkuppeln. Und wenn Dirk Voßberg mit Nicole Seeger herrlich schmierlappig die Carringtons aus Denver gibt, Anne Reuter als tranige Helga Beimer aus der Lindenstraße in deren Liebesschwur platzt und „Blake Carrington“-Voßberg die Eifersuchtsszene mit einem alles andere als eloquenten: „Ähm, Krystle, Helga, Helga, Krystle“ aufzulösen versucht, ist das einfach komisch.
Die Malentes verquicken Gesang, Spiel und Tanz. Beliebte Songs fließen zusammen mit populären Werbedialogen der Dekade. Tagesschau-O-Töne markieren geschichtliche Meilensteine. Die Mischung passt.
Standing Ovations
Dafür gibt es am Ende verdientermaßen Standing Ovations und Zugaberufe. Ein toller Abend, dem ganz sicher noch einige folgen. Bis zum 14. August ist die laut Eigenaussage „künstliche Kunstfamilie“ regelmäßig in der Komödie am Altstadtmarkt zu sehen. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.komoedie-am-altstadtmarkt.de sowie www.familiemalente.de.
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