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„Den Rasen mäht unser Roboter Jörg“

Liebt und lebt Heinz Erhardt: Patrick L. Schmitz. Foto: oh

Interview mit Patrick L. Schmitz, Hauptdarsteller in „Der Kleingartenkönig“ an der Komödie am Altstadtmarkt.

Von Axel Emmert, 08.11.2017.

Braunschweig. Morgen (9. November) hat „Der Kleingartenkönig“, eine Heinz Erhardt-Komödie von Jan Exler, in der Komödie am Altstadtmarkt Premiere. Die NB sprach mit dem Hauptdarsteller.

?Hallo Herr Schmitz, Sie sind einer der gefragtesten Heinz-Erhardt-Darsteller Deutschlands, woher kam diese Liebe und wie hat sie begonnen?

!Schon als Kind war ich großer Erhardt Fan. Später, bei meinem Engagement am Theater in Bamberg, habe ich dann zusammen mit einem Kollegen ein Heinz Erhardt Programm entwickelt um, vor allem des Spaßes wegen, seine Gedichte, Conférenciers und Lieder aufzuführen. Dass ich dann sogar eine Ähnlichkeit mit Heinz hatte, war reiner Zufall. Und diese wuchs dann auch mit den Jahren oder soll ich besser sagen Haaren?! Je älter, dicker und kahler ich wurde, desto ähnlicher würde ich ihm!

?Was macht den Reiz aus, einen so begnadeten deutsche Komiker zu „doubeln“?

!Ich versuche ihn gar nicht zu doubeln – und das ist glaube ich auch das Geheimnis. Ich habe viel von ihm gesehen und sehr oft seine Stimme gehört – und jetzt spiele ich ihn einfach! Ich versuche mir den Heinz wie eine Puppe überzustülpen, fülle ihn aber mit mir, mit meinem Humor, mit meinem Gefühl – so wie ich das eigentlich mit all’ meinen Rollen versuche! Wenn ich natürlich seine Texte und Gedichte mache, dann lebt er dadurch schon ganz automatisch auf – aber ein bissl die Haltung verändern, Stimme hoch und die unverwechselbare Brille, wirken schon Wunder!

?Gibt es einen Lieblingsfilm, ein Lieblingsgedicht, das Sie von Erhardt besonders mögen?

!Ich mag viele seiner Filme, im Grunde alle! Jedoch mit zweien verbinde ich ihn sehr mit mir und meiner Kindheit. Das ist einmal „Witwer mit 5 Töchtern“ und „Unser Willi ist der Beste“. Beide so toll! Und wenn einer davon mal zufällig im Fernsehen läuft und ich reinzappe, kann ich leider nicht mehr wegschalten! Von seinen Gedichten kenne ich natürlich, aufgrund diversester Auftritte, so einige und kann mich eigentlich gar nicht auf eins festlegen. Ob Die Made, Drei Bären, Der Stier oder Der Kabeljau – ich liebe sie alle! Und ganz besonders seine Vierzeiler! Hier also einer, rein philosophischer Nuancierung: „Sie reichten Weine mir und Bier; und Schnäpse und dergleichen; dabei können diese Leute mir; nicht mal das Wasser reichen.“

?Als Mitwirkender bei den Bad-Segeberg-Festspielen spielen Sie auch „immer“ eine komische Rolle – sind Sie darauf programmiert oder gibt es auch ernste Rollen, die Sie gespielt haben oder demnächst noch spielen werden?

!Ich spiele natürlich besonders gerne komische Rollen – in Bad Segeberg wird das wahrscheinlich auch immer so bleiben! Für einen Theaterschauspieler, der ich nun mal aus tiefster Seele bin, sind diese Rollen natürlich eine, wie ich finde – wunderbare – Seite des Berufs, aber er hat doch großartiger Weise, so viele andere Seiten!

?In „Der Kleingartenkönig“ entdecken Sie Ihre Liebe zur Natur und zum Garten. Wie sieht es denn privat aus? Hat Patrick L. Schmitz „einen grünen Daumen“ oder gar selbst einen Kleingarten?

!Meine Eltern hatten tatsächlich lange Jahre einen Kleingarten, in dem ich als Kind auch oft war. Die Strukturen sind mir also nicht ganz fremd, die da so herrschen. Ob mein Daumen wirklich grün ist, weiß ich nicht wirklich! Bei uns im Garten zu Hause, schaffe ich es meistens Pflanzen nicht verdursten zu lassen und ernte mit Freude Erdbeeren oder Brombeeren. Den Rasen mäht allerdings unser Rasenroboter Jörg!

?Worin liegt der Reiz des Stückes „Der Kleingartenkönig“ – ist es überhaupt zeitgemäß – es ist ja in den 60er Jahren angesiedelt?

!Ich glaube, in der Zeit liegt ja der Reiz! Wann sieht man denn heute mal was aus den 50ern, 60ern oder 70ern auf der Bühne?! Kaum! Auch die heile Welt aus den alten Filmen gibt es kaum noch. Und: Heinz Erhardt hat tatsächlich sogar fast 40 Jahre nach seinem Tod, immer noch seinen Charme und vor allem seine Beliebtheit behalten. Viele wollen ihn heute noch sehen und erleben. Jedoch gehört er einfach in die Zeit des Wirtschaftswunders. Ihn ins Heute zu transportieren, würde glaube ich nicht wirklich passen.

?Worauf freuen Sie sich am meisten?

!Auf die Reaktionen des Publikums und auf ein bisschen Zigeunerleben mit wundervollen Kollegen und Freunden.

Der „Kleingartenkönig“ läuft bis zum 17. Dezember: www.komoedie-am-altstadtmarkt.de
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