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Den Kaiser und seine Epoche so lebendig wie möglich inszeniert

Landesausstellung zu Otto IV. will den Besuchern ein komplexes Geschichtsthema vermitteln

Von Martina Jurk

Braunschweig. Auch wenn Otto IV. nur eine Fußnote der Geschichte ist, weckt die gestern eröffnete Landesausstellung das Interesse der Medien weit über die Grenzen Niedersachsens hinaus. Die historische und kritische Auseinandersetzung mit dem einzigen Welfenkaiser ist erstmals Thema einer großen Ausstellung.

Otto IV. war eine spannende Persönlichkeit. „Entdeckt“ wurde er vor knapp 20 Jahren von dem Vechtaer Historiker Professor Dr. Dr. Bernd-Ulrich Hucker. Dass Otto in einer ebenso spannenden Epoche gelebt und gewirkt hat, ist ein komplexes Thema. Die Ausstellung will genau das einem breitem Publikum vermitteln. „Den Kaiser in seiner Zeit zeigen und lebendig werden lassen“, bringt Projektleiter Dr. Hans-Jürgen Derda den Inhalt der Landesausstellung auf eine knappe Formel. Gelingen soll das, indem die Lebensgeschichte Ottos erzählt wird, die Besucher mit Hilfe einer modernen Inszenierung ins Mittelalter eintauchen und erfahren, wie der Traum vom welfischen Kaisertum überhaupt entstand. Unterfüttert ist die Ausstellung mit Vorträgen, öffentlichen Führungen, einem museumspädagogischen Veranstaltungsprogramm für Kinder, Angeboten für Schüler und weiteren Höhepunkten wie dem europäischen Minnesang-Festival und einem großen Ritterturnier. Die Besucher werden auf einen Parcours geschickt, angefangen vom Landesmuseum, wo das Leben und Wirken Ottos dargestellt wird, weiter zur Burg Dankwarderode, wo es um das Vermächtnis Ottos geht, und schließlich zum Dom, in dem sich die Grabstätte des Kaisers befindet. Sie wandeln damit auf historischen Spuren. Nach der Rekonstruktion gibt es auch eine räumliche Verbindung zwischen Burg und Dom. Damit haben die Besucher den gleichen Ausblick, den der Kaiser vor mehr als 800 Jahren hatte.
Die Ausstellung trumpft auf mit hochrangigen Objekten aus ganz Europa, darunter der „Ptolemäer-Kameo“ aus dem Kunsthistorischen Museum in Wien, das Testament und der Kaisermantel Ottos, Objekte der Hofkultur wie Aquamanile zum Beispiel aus dem Rijksmuseum in Amsterdam, Stücke aus dem sogenannten Welfenschatz, illustrierte Handschriften, Chroniken und Urkunden. Der Besucher bekommt aber auch viel zu lesen. Ihm ist zu raten, an einer Führung teilzunehmen oder sich zumindest im Vorfeld etwas mit der Geschichte zu beschäftigen. Das erleichtert auf jeden Fall das Verständnis.
Innerhalb von zwei Jahren ist die Ausstellung von der Idee bis zur Eröffnung realisiert worden. Für diese Größenordnung und Bedeutung ein relativ kurzer Zeitraum. Kostenaufwand: 1,3 Millionen Euro, das Land beteiligte sich daran mit einer halben Million Euro. Erwartet werden insgesamt 250 000 Besucher.

Zur Ausstellung: Öffnungszeiten: durchgängig montags bis sonntags jeweils von 10 bis 18 Uhr, donnerstags von 10 bis 20 Uhr
Eintrittspreise: Erwachsene sechs€, ermäßigt vier Euro, Kinder bis fünf Jahre frei, Kinder sechs bis 16 Jahre zwei€, Familien (ab drei Personen) 15 €Euro
Publikationen: Ausstellungskatalog, € 29,95 Euro, Kurzführer zur Ausstellung,€ fünf Kinderführer zur Ausstellung
€Führungen: zwei öffentliche Führungen (Dauer 1,5 Stunden) montags bis freitags jeweils von 11 und 15.30 Uhr an; sonnabends, sonntags und Feiertage von 11, 14 und 15.30 Uhr an
Führungsbuchungen: Gruppenführungen (bis maximal 20 Personen) für 59 € Euro pro Gruppe: Buchung unter Telefon 12 15 26 36
Vorträge: 60 und 30 Minuten im Forum beziehungsweise AV-Raum an jedem Donnerstag während der Ausstellung
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