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Das Ziel: Sprachgefühl statt „dicker Hose“

Jugendprojekt „Rapflektion“ hat neue CD produziert – Liveshow am kommenden Sonnabend im Jugendzentrum B 58

Von André Pause, 02.12.2009

Braunschweig. Bereits zum dritten Mal hat das Projekt „Rapflektion“ Jugendliche im Rahmen eines achtmonatigen Rap-Workshops zusammengeführt. Das Ergebnis kann sich auch in diesem Jahr hören und sehen lassen.

Die neue CD ist fertig. Am kommenden Samstag werden die Stücke ab 19 Uhr live im Jugendzentrum B58 präsentiert.
„Wir wollen Grenzen in den Köpfen einreißen und Vorurteile abbauen“, beschreibt Klaus Gelhaar, Leiter des städtischen Tonstudios Löwenhertz, die Schmelztiegelfunktion des Projekts. So kommen die Jugendlichen nicht nur aus verschiedenen Stadtteilen, sondern zum Teil auch aus völlig unterschiedlichen Bildungsschichten und Kulturen. Sie alle eint der Spaß am Rappen und die Lust, ihre reale Lebens- und Gefühlswelt im Rahmen dieses Musikstils zu verarbeiten. Die dabei entstehenden individuellen Geschichten stehen im Mittelpunkt des Geschehens, um Imagegehabe und Ghettoromantik geht es eher weniger.
Insgesamt 40 Mädchen und Jungen zwischen 13 und 17 Jahren waren zu Beginn des Workshops dabei, 18 Teilnehmer haben ihn letztlich erfolgreich beendet. Neben dem Erwerb von Sprachkompetenz sollten Durchhaltevermögen, Zuverlässigkeit, Kritikfähigkeit, zielorientiertes Arbeiten und Sozialverhalten gefordert und gefördert werden.
„Manche wollten nur auf dicke Hose machen und dachten, dass das alles irgendwie von selbst geht“, schmunzelt Gelhaar. Den Beginn des schöpferischen Prozesses, mit Stift und Zettel am Küchentisch, den hätten sich einige wohl anders vorgestellt.
Die 14-jährige Jennifer Laufer ist dabei geblieben. Das erste Mal ist die quirlige Siebtklässlerin von der Realschule Edemissen vor drei Jahren mit Rap in Berührung gekommen. Jetzt nennt sie sich „Rap-Queen J.B.“ (das B steht für Bianca) und begeistert mit ihrem Sprechgesang sogar ihre Lehrer. „Das muss man sich mal vorstellen“, sagt sie mit einer Mischung aus Stolz und Verwunderung.
So ungewöhnlich scheint das aber gar nicht zu sein. An der Hauptschule Westhagen in Wolfsburg war es nämlich Deutschlehrerin Barbara Blankschyn, die den Kontakt zu Klaus Gelhaar und Rap-Referent Carlos Utermöhlen hergestellt hat. Mohamed Hajlaoui alias „Dr. Bad“ brauchte sie das Projekt gar nicht erst schmackhaft machen. Der 15-Jährige hat schon mit Freunden aufgenommen, und ist seit dem vergangenen Jahr mit Feuereifer bei der Sache.
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