Anzeige

Das musikalische Klassentreffen

Schauspieler Götz van Ooyen freut sich auf die Konzert-Revue „Comedian Harmonists“ – und auf seine Mitstreiter, mit denen er seit 2005 zusammenarbeitet. Foto: André Pause

Die Konzert-Revue „Comedian Harmonists“ feiert heute Abend Premiere im Großen Haus.

Von André Pause, 15.10.2016.

Braunschweig. Es sei schon etwas Besonderes nur mit Stimmen eine Band zu sein, weil die eben noch näher am Menschen dran ist. „Wenn ich ein Instrument spiele, ist das zwar auch irgendwie cool, aber das Singen ist schon etwas Archaisches“, schwärmt Staatstheater-Schauspieler Götz van Ooyen regelrecht.

Ab heute Abend (19.30 Uhr) ist das feste Ensemblemitglied als ein Sechstel der Konzert-Revue „Comedian Harmonists“ im Großen Haus zu erleben. Siebenmal steht der Abend bis zum Jahresende insgesamt auf dem Programm. Van Ooyen freut sich drauf. „Für uns als Gruppe, die wir uns seit zehn Jahren kennen, ist das immer ein bisschen wie ein Klassentreffen. Wir sind mit dem Zeug und zusammen älter geworden. Am Anfang waren wir ja eine Jungstruppe, jetzt sind wir alle über 40.“ Entsprechend reifer klängen die Stimmen, und auch der Chorklang hätte sich entwickelt.

Der Ausgangspunkt zum Abend in der jetzigen Form war 2005 die Aufführung jenes Theaterstückes, das Gottfried Greiffenhagen und Franz Wittenbrink 1997 geschrieben haben, und das seither landauf landab immer wieder irgendwo auf die Agenda gehoben wird. „Vor elf Jahren stand es en suite auf dem Sommerspielplan des Großen Hauses. Damals wurde gecastet, weil es doch eher eine Musik- als eine Schauspielproduktion war“, beschreibt van Ooyen.

Die jetzige Produktion sei aber etwas völlig anderes. „Wir haben 2012 als Anfragen von Theaterhäusern kamen damit angefangen, ein abendfüllendes Programm zu planen. Es hat zwar außerhalb der Produktion schon vereinzelt Konzerte gegeben, meist allerdings im Zusammenhang mit einer anderen Veranstaltung: eine halbe Stunde auf dem Theaterball oder ein Doppelkonzert mit anderen Gruppen. Einen kompletten Konzertabend hatten wir nicht.“

Einig war man sich im Vorfeld, dass es keinen klassischen Liederabend geben sollte, bei dem alle Titel einfach so hintereinander wegspielt werden. Deshalb wurde die noch heute dargebotene Mixform gewählt. „Wir erzählen mit den Liedern, mit der Auswahl der Lieder, mit einer entsprechenden Reihenfolge und mit Moderationen die Geschichte der Comedian Harmonists – von der Gründung bis zum Verbot, zum Zerfall“, skizziert van Ooyen.

Statisch sei das Programm deshalb aber nicht. Es würden schon hier und da mal Lieder ausgetauscht, sogar Songs aus der Zeit mit eingebaut, die zwar aus der damaligen Zeit, nicht aber von den Comedian Harmonists selbst stammen, so der Schauspieler und Teilzeitsänger, den die Musik des Berliner Vokalensembles seit Kindertagen begleitet. „Meine Oma hatte Schellackplatten. Da gab es Richard Tauber, und es waren eben auch ein paar Comedians-Dinger dabei. Ich mochte die Musik aus den 20er oder 30er Jahren generell und habe das auch als Jugendlicher immer gehört. Irgendwann ging dann die Sammelleidenschaft los“, erzählt van Ooyen. „Ich habe aber nie damit gerechnet, das irgendwann selbst einmal zu machen. Das Zeug ist schon schräg und etwas gaga. Die haben ziemlich viel Blödsinn gemacht. Es gibt stellenweise echt absurde Texte, die natürlich auch sehr lustig sind.“

Weitere Infos: staatstheater-braunschweig.de
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.