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Das Leben ist (k)ein Wunschkonzert

Die Entertainer Knut Vanmarcke und Dirk Voßberg alias Peter und Vico Malente. Foto: oh

Ein Zufalls-„Best-of“: Die Familie Malente öffnete in der Altstadtmarktkomödie ihre „Wundertüte“.

Von André Pause, 27.08.2014.

Braunschweig. Die Wochen zwischen den Spielzeiten sind in der Komödie am Altstadtmarkt seit Jahren Familie-Malente-Zeit. Das ist auch dieses Mal so – bis zum 27. September laufen die Vorstellungen.

Als künstliche Kunstfamilie Peter und Vico Malente haben sich Knut Vanmarcke und Dirk Voßberg in die Herzen eines zahlenmäßig immer größer werdenden Publikums gespielt und gesungen. In ihren Revuen verknüpfen die Entertainer hochprofessionell und mit viel Verve Schlager, Hits und Parodien zu launigen Dokumenten des bundesrepublikanischen Zeitgeistes. Dekade um Dekade haben sich die beiden vorgeknöpft. Nun öffnen sie, getreu dem selbstverliehenen Motto „Das Leben ist (k)ein Wunschkonzert“ ihre „Wundertüte“.
Kompiliert werden die Abende in der Komödie am Altstadtmarkt nach dem Zufallsprinzip. Ausgewählte Besucher dürfen am glitzernden Glücksrad auf der glitzernden Bühne drehen, welches den Malentes das Jahrzehnt für die jeweilige Zeitreise vorgibt. Weil es bei bislang sieben zur Disposition stehenden Produktionen und vier Glücksradschwüngen durchaus Doppelungen geben kann, haben die Showprofis gleich mal zwei Blöcke pro Programm einstudiert. Gut so, denn die 80er-Jahre-Revue „99 Luftballons“ wird bei unserem Besuch in der Gördelinger Straße ebenso zweimal erdreht, wie die Eurovisions-Hommage „12 Punkte für ein bisschen Frieden“. Immerhin einmal kommen die 70er Jahre („Musik ist Trumpf“) zum Zug.
Auch wenn bei dieser Wundertüte nach dem Credo „Es gab zwar schon (fast) alles, nur noch nicht in dieser Reihenfolge“ verfahren wird, Überraschendes zwangsläufig ausbleibt und einige Musikbeiträge arg routiniert präsentiert werden: Das „Best of by accident“ der Malentes, die gemeinsam mit Melanie Stahlkopf und Christin Deuker auf der Bühne stehen, kommt an. Zu Domenico Modugnos „Nel blu dipinto di blu“ („Volare“) wird gleich zu Beginn erfolgreich der Publikumschor getestet und bei der Karikatur von Al Bano und Romina Powers Superhit „Felicità“ biegen sich die Leute vor Vergnügen. Am besten aber sind Peter, Vico und Co., wenn sie überspitzt kostümiert aus unvergessenen Werbespot-Inhalten sowie Musik- und TV-Highlights zeitgeistige Erinnerungspakete schnüren.
Wenn Denver-Engel Krystle Carrington erst zum Dreiwettertaft-Testimonial wird, dann während des Telefonats mit Dauerrivalin Alexis Laufstegschritte probt und schließlich durch das plötzliche Auftauchen von Mutter Beimer aus der Lindenstraße die Harmonie mit Ehemann Blake versiegen sieht, ist das einfach komisch.
Nach zwei Stunden gibt es heftigen Beifall, teilweise stehende Ovationen und vereinzelt Bravo- und Zugaberufe im zusatzbestuhlten Saal. Wer die Malentes in Braunschweig sehen möchte, sollte sich sputen: Die Karten werden knapper. Infos: www.komoedie-am-altstadtmarkt.de .
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