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Das Leben in den Wechseljahren

Astrid Straßburger, Franziska Traub und Nicole Belster-Boettcher (v.l.) stehen in der Komödie am Altstadtmarkt gemeinsam auf der Bühne. Foto: André Pause

Die Komödie am Altstadtmarkt zeigt Dora Helds „Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt“.

Von André Pause, 12.07.2016.

Braunschweig. Dora Helds Roman „Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt“ von 2011 war ein Megaerfolg in den Buchläden. Viele Leser konnten sich mit der versöhnlichen Fügung in die Einsicht, dass das Älterwerden mit all seinen Höhen und Tiefen im Prinzip doch etwas ganz Natürliches ist, prima identifizieren.

Stoff für die Theaterbühne – befand das Team der Komödie am Altstadtmarkt, wo das Stück unter der Regie von Oliver Geilhardt nach der soeben erfolgreich absolvierten Tournee nun bis zum 27. August zu sehen ist.

Im Zentrum des Geschehens steht die 49-jährige Doris, die anlässlich ihres 50. Geburtstags zusammen mit zwei alten Schulfreundinnen Anke und Katja Reißaus nimmt, um noch mal richtig auf den Putz zu hauen. „Für uns ist es toll das zu spielen, weil wir wirklich die ganze Gefühlspalette spielen können. Es ist ein Riesenfressen für uns: heulen, hysterisch schreien, dann wieder lachen. Da ist von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt alles drin“, skizziert Franziska Traub den „Mädelabend mit tragischen Geschichten“.
„Es werden ernste Themen behandelt, aber es ist auch wirklich sehr lustig.“ Am Ende sei es zudem einfach ein schönes und optimistisches Stück, ist sich die TV-bekannte Schauspielerin mit ihren Mitstreiterinnen Nicole Belster-Boettcher, die mehr als zwölf Jahre die Rolle der Sandra Behrens in der ARD-Serie „Marienhof“ verkörperte, und Astrid Straßburger einig.

Privat haben die in der Produktion thematisierten Wechseljahre die Darstellerinnen durchaus unterschiedlich erlebt. Während Franziska Traub einerseits den Vergleich mit der Pubertät skizziert, in erster Linie aber die Verschiebung der Prioritäten im Leben erfahren hat, kann Astrid Straßburger mit dem Phänomen der sogenannten kritischen Jahre wenig anfangen: „Ich habe keine Pubertät empfunden, und muss sagen, dass sich das in diesem Sinne für mich persönlich überhaupt nicht thematisiert. Irgendwie unterliegt ja das ganze Leben Wechseln. Wenn man älter wird, sieht man viele Dinge gelassener, rennt hinter Dingen nicht mehr her. Wer nicht mehr 30 ist, liebt es, auch mal seine Ruhe zu haben, geht nicht mehr auf jede Party und muss auch nicht überall mit dabei sein. Das ist aber auch schön.“

Bei Nicole Belster-Boettcher wiederum ist – auch wenn sie den Traum einer Alten-WG in einer Finka hegt – an diese Form der Ruhe kaum zu denken. Die 53-Jährige erzählt von ihrer pubertierenden Tochter und lacht: „Ich glaube, manchmal knallen da momentan zwei Hormonfronten aufeinander. Ich bin nämlich mit diesem Stück in die Scheißwechseljahre gekommen. Silvester hatte ich meine Tage noch seitdem nicht mehr. Method Acting sage ich nur. Jetzt schiebe ich alles auf die Wechseljahre. Ich bin froh, dass es sie gibt.“

Auch wenn in der Komödie eine Vorstellung (29. Juli) explizit für Frauen terminiert ist, sei das Stück nicht ausschließlich für die weiblichen Theatergänger konzipiert. „Vielleicht ist es ganz interessant für Männer, wenn sie mal hören, wie Frauen untereinander so reden. Zumal man hier sieht, wie unterschiedlich die Sichtweisen der drei Frauen auf das Alter sind. Das finde ich schon sehr spannend“, betont Astrid Straßburger. Den amüsanten, augenzwinkernden Zugang zum Thema Wechseljahre bekomme der Besucher ohnehin.
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