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Das große Krabbeln ganz nah

Ausstellung der Malerin Andrea Piep noch bis zum 10. Januar in der Torhaus Galerie

Von Sebastian Walther, 16.12.2009

Braunschweig. Wie schlafend liegt sie da. Der Körper zusammengerollt, die kleinen Augen geschlossen. Doch die bronzefarbene Feldmaus ist tot. Noch bis 10. Januar ist sie Teil der aktuellen Bilderreihe in der BBK Torhaus-Galerie.

Es sind nicht nur verstorbene Fliegen, Schmetterlinge oder Kakerlaken, die Malerin Andrea Piep ihrem Ausstellungstitel getreu „aus der Nähe“ studiert und anschließend in beinahe lehrbuchhafter Weise detailgetreu zu Papier gebracht hat. Doch sind es jene Zeichnungen unter den
95 präsentierten Werken, deren Wirkung am eindringlichsten erscheint. Piep hat versucht, dem Tod Ästhetik und Schönheit abzuringen, es gelingt ihr selbst bei halb skelettieren Tierleichen und verwelkten Pflanzen. „Das Verändern, das Vergehen fasziniert mich“, begründet die aus Adenbüttel stammende Künstlerin.
„Andrea Piep hat sich mit ihrer präzisen und exakten Zeichentechnik, ohne dass es ein reines Abmalen wäre, bereits eine Fangemeinde in der Region geschaffen“, betont Edith Grumbach-Raasch von der Braunschweiger Galerie. Gemeinsam mit dem Freundeskreis Bildender Künstler ist sie Gastgeberin der Ausstellung in der Humboldtstraße. Der Freundeskreis unterstützt die Arbeit von Piep mit einem Stipendium, ein Jahr Zeit hatte sie, sich auf die Eröffnung am vergangenen Donnerstag vorzubereiten.
Auf zwei Stockwerken finden sich neben totem Getier zahlreiche weitere Motive der 46-Jährigen. Landschaften und Stillleben, so wie eine Skizzen-Serie, die im vollständigen Gegensatz zu den sonstigen Arbeiten steht. Schnelle Portraits mit einigen wenigen Strichen hat sie gezeichnet, von Menschen im Bus oder Supermarkt. Jedes Bild trägt überdies einige Satzfragmente, die sie dabei aufgeschnappt hat. Aus der Nähe natürlich.
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