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Das Glück und die Katastrophe

Eine Frau (Lisa Schwindling) und ein Mann (Götz van Ooyen) spielen. Foto: Volker Beinhorn

Katharina Binder inszeniert Ivana Sajkos „Rose is a rose is a rose is a rose“ im U22-Keller.

Von André Pause, 18.11.2016.

Braunschweig. Es gibt keinen Anfang und kein Ende in Gertrude Steins legendärem Rosen-Zitat: „Rose is a rose is a rose is a rose“. Im Grunde dokumentiert es die Unfähigkeit des Menschen – oder die generelle Unmöglichkeit – einen Zustand – nennen wir ihn Liebe – und dessen Einflussfaktoren mental zu packen.

Das ist dann wohl die Parallele zum gleichnamigen Stück – der Kroatin Ivana Sajko, das Katharina Binder jetzt im U22-Keller des Staatstheaters inszeniert hat. Die Liebe ist hier einmal mehr ein Versuch: Verortet ist „Rose“-Begegnung im Jahre 1930. Ein 200-tägiger Marathontanz in Chicago bringt die Protagonisten einander näher. Zwei Menschen beschnuppern sich auf der Tanzfläche, gehen schließlich gemeinsam nach Hause. In derselben Nacht fliegt ein Molotowcocktail in den Bus.

In einer knappen Dreiviertelstunde will der Prosa-Abend ein Kippbild zeichnen, welches das Glück („eine Nacht, in der ich mich ohne einen Grund schön finde“) und die Katastrophe nebeneinander stellt. Er beschwört erzählerisch – spielerisch eher weniger – Bilder von Aufruhr und Terror. Wie genau das Gewalt-Erlebnis auf den Kennenlernprozess oder eine mögliche Paarbeziehung einwirkt, bleibt jedoch diffus. Auf Klammerblues folgt hier die Distanzierung. Bis irgendwann nur noch die Schatten von Lisa Schwindling und Götz van Ooyen zu sehen sind, die den „Plot“ – sieht man von der Tanzeinlage einmal ab – im Duktus eher unaufgeregt präsentieren. Freundlicher Applaus.

Die nächste Vorstellung ist am 22. November. Weitere Termine und Informationen finden Sie im Internet unter staatstheater-braunschweig.de.
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