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Das Filmfest schenkt sich den Glanz der Huppert

Das Internationale Filmfest Braunschweig vom 8. bis 13. November feiert 25-jähriges Bestehen mit einem Mammutprogramm.

Von Martina Jurk, 02.11.11

Braunschweig. Es hat sich schon herumgesprochen: Die französische Schauspielerin Isabelle Huppert verleiht dem Internationalen Filmfest Braunschweig einen besonderen Glanz. „Es gibt nicht viele Filmfestivals in der Republik, die solche Gäste haben“, schwärmt Festivaldirektor Volker Kufahl stolz.

Seit einem Vierteljahrhundert findet das Filmfest nun schon in Braunschweig statt. Es gehöre inzwischen – gemessen am Programm und der Zuschauerzahl in fünf Tagen – zu den zehn wichtigsten Festivals dieser Art in Deutschland, so Kufahl. Auch wenn Isabelle Huppert Braunschweig noch nicht kennt, wird sie von der Filmleidenschaft in dieser Stadt beeindruckt sein, so wie es vor ihr unter anderen Hanna Schygulla oder Bruno Ganz waren. 6000 Besucher kamen 1987, im vergangenen Jahr waren es 25 000.
In diesem, dem Jubiläumsjahr, übertrifft sich das Filmfestteam mit einem Programm, das „so umfangreich wie noch nie“ ist. Filmfans müssten an jedem Festivaltag mehrere Stunden im Kino zubringen, um keinen der Höhepunkte zu verpassen. In nüchternen Zahlen ausgedrückt heißt das: 183 Kurz- und Langfilme aus 33 Ländern, ein Stummfilmkonzert, eine Filmfestgala (13. November) im Großen Haus des Staatstheaters, auf der alle Preise verliehen werden.
Der wichtigste dieser Preise ist der europäische Schauspielpreis „Die Europa“. Den bekommt Isabelle Huppert für ihre Verdienste um die europäische Filmkultur. Das Filmfest zeigt eine Retrospektive neun ihrer Filme, unter anderem „Die Spitzenklöpplerin“ von Claude Goretta (1977) und „Die Klavierspielerin (2001) von Michael Haneke. „Damit geht für das Festivalteam ein langgehegter Wunsch in Erfüllung“, sagte Volker Kufahl. Das Filmfest sei in diesem Jahr überhaupt französisch und weiblich geprägt, meinte der Festivaldirektor.
Das dynamische Filmland China sowie Hongkong bilden einen weiteren Schwerpunkt des Festivals. Zu Gast sein werden Filmschaffende aus Hongkong sowie eine Delegation aus Zhuhai nahe Hongkong, seit Mitte des Jahres eine Partnerstadt Braunschweigs. Neben der Europapremiere des Episodenfilms „Love sucks... actually“, Produktionen etablierter Regisseure und junger Filmemacher, sind erstmals in Deutschland die Kurzfilmprogramme „Quattro Hong Kong I+II“ zu sehen.
Mit einer filmhistorischen Sensation überrascht das Filmfest die Besucher: die private Filmsammlung von Wolfgang Schneider. Der aus der Nähe von Wolfsburg stammende Filmliebhaber sammelte in 60 Jahren 2000 Filmkopien aus 21 Ländern. Die Sammlung enthält Streifen aller bedeutenden Filmemacher von 1915 bis 1990, die Schneider in Kellern und Garagen aufbewahrte. Neun davon stellt das Filmfest vor, darunter „Hafen im Nebel“ (1938) von Marcel Carné mit Jean Gabin und „Wild ist der Wind“ (1957) von George Cukor mit Anthony Quinn. Der Leiter des Filmarchivs des Deutschen Instituts für Film in Wiesbaden, Michael Schurig, hält am 9. November um 17.30 Uhr einen Vortrag über die Bedeutung privater Filmarchive.
Von den großen Filmklassikern bis zu aktueller elektronischer Filmmusik reicht die Spanne in der Reihe „Musik und Film“. Höhepunkt ist das Stummfilmkonzert „Die Nibelungen I+II“ am 11. November in der Stadthalle. Die Originalmusik wurde rekonstruiert und wird nun in Braunschweig aufgeführt. Mit der Reihe „Ohm Sweet Ohm 2.5“ wird eine neue Generation von elektronischer Filmmusik vorgestellt. In der Reihe „Neues Internationales Kino“ werden Festivalerfolge wie „Mad Circus“ von Alex de la Iglesia und „Der Junge auf dem Fahrrad“ von den Brüdern Dardenne gezeigt. Das Beste aus heimischen Produktionen zeigen die „Neuen deutschen Filme“. Zwei davon sind erstmals auf deutschen Leinwänden zu sehen. Udo Kier und Nicolette Krebitz spielen um ihr Leben im Thriller „90 Minuten – Das Berlin Projekt“ von Ivo Trajkov, und Nikolaus Geyrhalter denkt in seinem Filmpoem „Abendland“ über Europa nach. Beim Wettbewerb „Der Heinrich“ für europäische Debüt- und Zweitfilme buhlen zehn Filme aus acht Ländern um die Gunst des Publikums. 20 Filme aus neun Ländern stehen im Wettbewerb um den Kurzfilm-Musikpreis „Der Leo“. Einer von sechs deutschen beziehungsweise französischen Debütfilmen erhält den deutsch-französischen Jugendpreis „Kinema“.
Der Kartenvorverkauf für das Filmfest beginnt am Freitag (4. November) im Universum Filmtheater und im C1 Cinema. Tickets für das Filmkonzert in der Stadthalle gibt es ab sofort an allen Vorverkaufsstellen, im Universum und online unter www.staatstheater-braunschweig.de. Den Filmfestkatalog gibt es für sechs Euro.
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