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Da wackeln die Bodenbretter

Beinahe zu radiotauglich: Der Sänger Liefers. Foto: Pause

Jan Josef Liefers spielte bei Kultur im Zelt.

Von André Pause, 20.09.2014.
Braunschweig. Gut sieht er aus, der Jan Josef Liefers. Und dann noch diese stilvolle Klamotte. Urbaner Schick: schwarzes Shirt mit großem V-Ausschnitt, schwarze Stretchröhrenjeans und Blundstone-Chelsea-Boots. Seine 50 Lenze soll dem Sowohl-Schauspieler-als-auch-Musiker erst mal einer anmerken.

Mit seiner Band Radio Doria (früher Jan Josef Liefers & Oblivion) rockte der Tatort-Star jetzt bei Kultur im Zelt. „Wow“, raunt da die ein oder andere der zahlreich anwesenden mittelalten Damen im dichten Gedränge vor der Bühne.
Der Künstler selbst wirkt und gibt sich wie der nette Kumpel von nebenan. Sehr persönlich – manches Mal vielleicht eine Nuance zu ausführlich und pathetisch – moderiert er die Stücke des soeben veröffentlichten Albums „Die freie Stimme der Schlaflosigkeit“ an, und wird dabei mitunter sogar politisch. Über weite Strecken erinnern die Alltagsbeobachtungen in ihrer sentimentalen Beliebigkeit an Barden wie Tim Bendzko und Co. Das ist massenkompatibel, absolut radiotauglich, vor allem aber auch schade. Denn man spürt, dass Jan Josef Liefers eine Menge mehr umtreibt, als das was in Strophe und Refrain gegossen davon übrigbleibt.
Immerhin: Der Teilzeit-Frontmann ist über alle Maßen charmant. Und auch die fünfköpfige Band (zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug und Keyboard) baut ordentlich Druck auf. Sogar Reggae und Calypso haben die Herren im Repertoire. Spätestens hierzu wird geschunkelt und geklatscht, bis die Bodenbretter wackeln.
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