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Carmen Maura erhält den Hauptpreis „Europa“

Der Hauptpreis „Europa“ geht in diesem Jahr an Carmen Maura. Hier ist die Schauspielerin in „Let My People Go!“ (2013) zu sehen. Foto: oh
 
Direktor Michael P. Aust stellte das Programm des 29. Internationalen Filmfestivals vor. Foto: André Pause
Braunschweig: C1 Cinema |

110 Langfilme beim 29. Internationalen Filmfestival vom 2. bis zum 8. November – Vorverkaufsstart am 31. Oktober.

Von André Pause, 21.10.2015.

Braunschweig. Einige Neuerungen sind es doch, die Direktor Michael P. Aust kurz vor dem Auftakt des Internationalen Filmfestivals Braunschweig in diesem Jahr bekannt gegeben hat. Die Augenscheinlichste ist diese: Die Zahl der Langfilme wurde für die vom 2. bis zum 8. November stattfindende 29. Auflage um satte 30 Prozent von 85 auf 110 erhöht. Unter den 30 Deutschlandpremieren befindet sich mit der US-amerikanischen Produktion „Anomalia“ sogar eine Festivalpremiere. Eine gewisse Auszeichnung sei das schon, befand Aust beim Pressegespräch im Universum-Kino.

Auf die Filmlandschaft insgesamt und damit auch auf das aktuelle Programm des Festivals bezogen, meint der Direktor im Lager der Regisseure eine Form der Sprachlosigkeit ausgemacht zu haben, die wohl daher rühre, dass die – vor allem politische – Wirklichkeit medial so gut dokumentiert sei. Ein Umstand, der es erschwere, den Status quo filmisch zu doppeln. „Da ist man eher auf sich selbst zurückgeworfen, auf das Thema Partnerschaft“, skizziert Aust die Flucht der Regisseure in zwischenmenschliche Stoffe in allen möglichen Konstellationen, die sich auch im Programm des diesjährigen Festivals spiegele.
Im Publikumswettbewerb für europäische Debüt- und Zweitfilme, der mit dem Preis „Heinrich“ ausgezeichnet wird, präsentiert das Festival zehn Produktionen aus zehn Ländern, darunter acht deutsche Premieren. „Auffällig oft im Zentrum der Storys: Eine unterschwellige Gewalt, auf sich allein gestellte junge Menschen, die um sich schlagen, junge Erwachsene in der globalen, von Unsicherheit geprägten Welt zwischen Stillstand und Aufbruch“, urteilt Aust, der die Themenvorauswahl nicht zuletzt die Verjüngung der Mitgliederstruktur des Filmfestvereins variantenreicher einstuft als zuletzt.
So stark und jung wie nie ist auch die Reihe „Neues Internationales Kino“: 22 Filme umfasst die cineastische Weltreise, davon sind zehn Filme Debüts oder Zweitwerke. Sechs Filme feiern auf dem Festival ihre Deutschlandpremiere. Mit „Neues Internationales Kino Exklusiv“ wird dieses Mal einmal festivaltäglich, jeweils um 19 Uhr, auf die Arthouse-Highlights der nächsten Monate geblickt.
Ebenfalls neu im Programm ist die Reihe „Green Horizons“ zum Thema Nachhaltigkeit. Fünf Filme zu den Themen Textilindustrie, Klimawandel und Nahrungsmittelproduktion sollen zeigen, dass das Prinzip nachhaltigen Handelns überall auf der Welt verletzt wird.
Mit „Beyond: …“ startet das Filmfestival eine weitere Reihe mit jährlich wechselndem Schwerpunkt. „Wir wollen mit jährlich wechselndem Schwerpunkt neue filmsprachliche Tendenzen präsentieren und Filme zeigen, die visuell oder thematisch Risiken eingehen und sich von cineastischen oder moralischen Konventionen lösen“, erklärt der Filmfestdirektor. In diesem Jahr geht es hier um die Liebe. Eine eigene Mitternachtsreihe ist dieses Mal dem amerikanischen Horror-Klassiker-Autor H. P. Lovecraft gewidmet, und aus Anlass des Jubiläums der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel vor 50 Jahren zeigt das Festival in Kooperation mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Braunschweig das Programm „Annäherungen – Abgrenzungen“ mit zehn israelischen Filmen. „Neue deutsche Filme“, die Musikfilmreihe „Sound on Screen – Festival Edition“ und ein auf 160 Filme abgespecktes Kurzfilmprogramm sind ebenso zu erleben, wie Filme aus Braunschweig in der Rubrik Heimspiel. Abgerundet wird das Programm des Festivals durch Sonderveranstaltungen wie Workshops und Werkstattgespräche.
Den krönenden Abschluss bildet am 8. November die Verleihung des Hauptpreises „Europa“ an Carmen Maura, die im Großen Haus des Staatstheaters für herausragende darstellerische Leistungen und ihre Verdienste um die europäische Filmkultur geehrt wird. Maura, die für ihre Filme mit Pedro Almodóvar und Carlos Saura bekannt ist, ist ebenso eine Retrospektive gewidmet, wie dem Komponisten Marcel Barsotti. Alle weiteren Infos unter www.filmfest-braunschweig.de .
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