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Bunt, laut, temperamentvoll

Olé: Rund 40 Vereine präsentierten bei „Braunschweig International“ ein temperamentvolles Showprogramm. Foto: Susanne Hübner
„Braunschweig International“ begeisterte wieder Zehntausende auf dem Kohlmarkt. Von Birgit Leute, 01.06.2014. Braunschweig. Bunt und laut: Einmal im Jahr verwandeln Spanier, Italiener, und sogar Finnen den Kohlmarkt in eine Piazza.

Bereits zum 34. Mal feierten die ausländischen Kulturvereine am gestrigen Sonnabend „Braunschweig international“. Ein Fest, das 1981 vor allem deshalb eingerichtet wurde, um den Austausch untereinander, aber auch mit den „Ur-Braunschweigern“ zu fördern. Die Rechnung der Veranstalter, zu denen auch die Abteilung Literatur und Musik der Stadt gehört, ging auch dieses Mal auf: Rund 10 000 Besucher drängten sich wie die Sardinen zwischen den 40 Ständen, an denen es verführerisch nach Falafeln, Nasi Goreng, Frühlings- und sogar Sommerrollen roch.
„Eine tolle Atmosphäre“, zeigte sich Martin Sommer von dem Ambiente begeistert. Bei gefühlten 30 Grad im Schatten genoss der Wolfenbütteler neben den exotischen Gerichten auch das Showprogramm. Mit ihren schwungvollen Rhythmen gelang es den Vereinen auf der Bühne schnell, auch den letzten Tanzmuffel aus der Reserve zu locken .

Rund 20 000 Migranten aus 140 Nationen leben in Braunschweig. Migranten wie Viktoria Decker aus Kasachstan zum Beispiel. Gemeinsam mit Tatjana Decker, Lubow Schlosser und Lada Schlosser verkaufte sie beim gestrigen Nationenfest auf dem Kohlmarkt gefüllte Teigtaschen im Minutentakt – eine schweißtreibende Arbeit, die die vier Damen in prachtvollen kasachischen Trachten ohne mit der Wimper zu zucken erledigten.

Ihr Verein „Dnepr“ kümmert sich um die russischen Migranten in der Löwenstadt, hilft ihnen, sich mit der deutschen Sprache und Geschichte zurechtzufinden. Eines von vielen Hilfsangeboten, die gestern bei „Braunschweig International“ ebenfalls vorgestellt wurden – und ein kleines Licht auf die Probleme warf, mit denen Migranten im Alltag zu kämpfen haben. So verteilte die Awo Flyer mit beruflichen Hilfsprogrammen, während die Stadtteilentwicklung Weststadt über ihre Nachbarschaftstreffpunkte und Alltagshilfen wie Mieter- oder Schuldenberatung informierte.

Trotzdem: Beim gestrigen Fest auf dem Kohlmarkt standen nicht die Probleme im Vordergrund, sondern – wie jedes Jahr – das friedliche Miteinander und viele freundschaftliche Gefühle, die – auch daran hat sich in 34 Jahren nichts geändert – bei den Besuchern vor allem durch den Magen gingen.
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3 Kommentare
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Christian Dieter Wilm aus Adenbüttel | 05.06.2014 | 12:28  
75
Emma Paulsen aus Braunschweig - Innenstadt | 08.06.2014 | 19:41  
31
renate pütz aus Braunschweig - Innenstadt | 13.06.2014 | 00:15  
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