Anzeige

Bunt – das ist nicht nur der Garten

Martina Krüger, Leiterin und die gute Seele des Gartens (2.v.l.) zusammen mit Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke, Tarig Ibrahim Hassan Omer aus dem Sudan und Dr. Iris Graef-Callies, Fachärztin für Psychiatrie (v.l.) Fotos: td
 
Der 90-Jährige Mustafa Aloussi aus Damaskus, bedankte sich bei allen Deutschen.

Der interkulturelle Garten in Wenden feierte zehnjährigen Geburtstag mit einem Fest.

Von Tarik Dulich, 06.09.2017.

Braunschweig. „Es war am Anfang keine leichte Arbeit“, berichtet Martina Krüger vom Büro für Migrationsfragen.“ Sie gehört mit zu den Gründern des interkulturellen Gartens an der Mark-Twain-Straße, der am Samstag zehnjähriges Jubiläum feierte. „Wir haben uns sehr gefreut, dass der Kleingartenverein Heideland e.V mitmachte und uns den Platz zur Verfügung stellte“, sagt sie.

Und nach 5 Monaten nahm das Projekt dann auch langsam Gestalt an. 2007 kam die Idee eines interkulturellen Gartens in Braunschweig auf, die aber keineswegs neu war. In einigen deutschen Städten gab es bereits eine solche Initiative, die Teil eines EU-Gesamtprojekts war und mittlerweile an 90 deutschen Standorten vertreten ist. 2016 wurde der Gartenverein sogar vom Europäischen Dachverband der Kleingärtnerorganisation ausgezeichnet. Neu war allerdings, dass ein interkultureller Garten in einer überwiegend durch deutsche Kleingärtner betriebene Gartenanlage eingerichtet wurde. Und ebenfalls neu war, dass in diesem Projekt, die Zielgruppe hauptsätzlich geflüchtete Menschen sind. Schon von Anfang an stand dies bereits fest. „Das Arbeiten mit Erde hilft den Menschen sehr, wenn sie traumatisiert sind“, erklärt Krüger.

"Das zu Hause ist immer ein Stück Vertrautheit, darum ist es wichtig, den Menschen wieder ein Ort der Ruhe und der Geborgenheit und damit ein neues Gefühl von Heimat zu geben“, sagt auch Dr. Iris Graef-Calliess, leitende Fachärztin für Psychiatrie des transkulturellen Zentrums für Psychiatrie in Wahrendorf. „Die Netzwerke, die sich in solch einem Garten bilden, sind von daher wundervoll. Integration kann nur gelingen, wenn eine gegenseitige Akzeptanz in einem Land herrscht“, so Graef-Calliess weiter. Ebenfalls dabei waren die Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke, sowie einige Vertreter aus der Politik. Pro Jahr stellt die Stadt 22.500 Euro zur Verfügung. „Es treffen sich hier vor allem geflüchtete Menschen, Nachbarn, Bürger und Migranten verschiedener Herkunft, unterschiedlicher Alters oder Lebensweisen“, so Hanke.

„So vielfältig, wie der Garten ist, sind auch die Menschen, die sich hier engagieren“, sagt Tanja Pantazis, (SPD) in ihrer Eröffnungsrede. Das Thema ist dabei ganz klar. Die Integration von Flüchtlingen in Braunschweig. Einer von ihnen ist der 30 - Jährige Tarig Ibrahim Hassan Omer aus dem Sudan. Er kam Anfang 2014 nach Deutschland. In seiner Heimat stellte er sich offen gegen die Regierung von Präsident Umar al-Baschir und musste deswegen alleine und ohne Angehörige diese verlassen, auch weil die Lage für ihn immer riskanter wurde.“Freiheit und Demokratie sind mir besonders wichtig“, betonte er. „Auch deswegen engagiere ich mich heute noch politisch“. Mittlerweile geht er sehr gerne in den Garten und hat hier ebenfalls seine deutsch - Kenntnisse perfektioniert. „Und über das Gärtnern, habe ich viel gelernt“, sagt er. Er ist sehr froh hier zu sein. Aber neben den Neuankömmlingen gibt es auch viele, die bereits eine beträchtliche Zeit in Deutschland leben. So wie der mittlerweile 90 - jährige Mustafa Aloussi aus Damaskus. 1960 kam er als Student in die Bundesrepublik und zog damals an den Bodensee. Seit 3 Jahren nun lebt er in Braunschweig. „Ich möchte noch einmal die Zeit nutzen und allen Deutschen Danke sagen“, betonte er stark. „Vielen Dank für alles “.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.