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Bunt, blumig, voller Leben

Braunschweig international, Magni- und Blumenmarkt: In Braunschweig war gestern richtig was los

Von Marion Korth

Braunschweig international, Magni- und Blumenmarkt und abends dann noch der Auftakt der Fußball-EM – so viele Veranstaltungen an einem Tag, doch Konkurrenz machten sie sich nicht.

Ganz im Gegenteil. „Wir hatten gleich von morgens an eine sehr, sehr gute Resonanz“, freute sich Magni-Markt-Organisator Peter Klarhorst. Großer Andrang auch auf dem Kohlmarkt, wo Braunschweig zeigte, wie international die Stadt ist. Das Bild dort hätte nicht bunter, die Atmosphäre kaum entspannter sein können. „Um Kommunikation und Begegnung geht es hier“, sagte Doris Bonkowski (städtisches Büro für Migrationsfragen). Und an den Ständen der Nationen zeigte sich, dass dieser Anspruch voll eingelöst wurde.
Liebe geht durch den Magen, Völkerverständigung auch. Die Nationen und Völkergruppen tischten für Braunschweig international ihre Spezialitäten auf, überboten sich in Gastfreundschaft. Piroggen, Falafel, Sushi – aber das war längst nicht alles. Schrittweise ging es quer durch die Kulturen. Getrommelte Rhythmen aus Gambia, moderne Tänze von den Philippinen, Handmalerei aus Indien. Dazwischen der ernsthafte Wunsch nach Austausch und Verständigung.
Der vor zwei Jahren gegründete Deutsch-Palästinensische Verein war erstmals auf dem Kohlmarkt vertreten. „Wir verfolgen kein politisches Ziel“, betonte Dr. Sayed Tarmassi. „Wir sind gegen jede Art von Gewalt , egal ob von palästinensischer oder israelischer Seite, und sind für Friede und Völkerverständigung“, ergänzte Emad Hamadaqa. Beide Männer, der eine ist Arzt, der andere Softwareentwickler, stammen ursprünglich aus Gaza, haben dort noch immer Familienangehörige. Wenn sie hier von Gewalt und Anschlägen in Palästina hören, fühlen sie sich in Erklärungsnot. „Nur 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung sind politisiert, die Mehrheit möchte einfach nur in Frieden leben“, meint Hamadaqa. Sie freuten sich, dass sich etliche Besucher von Braunschweig international auch für die Literaturhinweise und mitgebrachten Bücher über ihre Heimat interessierten.
Engagiert zeigte sich auch der Internationale Frauengesprächskreis. Die Frauen verkauften an ihrem Stand Schmuck und selbstgebackenen Kuchen, um Kinder auf den Philippinen zu unterstützten.
Der Magnimarkt feierte gestern ein kleines Jubiläum, hätte aber im zehnten Jahr seines Bestehens beinah nicht an seinem angestammten Platz an der Kirche stattfinden können. Eigentlich hatte dort nämlich ein Großbildschirm für die Fußball-Übertragung aufgebaut werden sollen. Die Werbegemeinschaft Magniviertel plante um, stimmte dem Umzug an den Löwenwall zu. Was Marktorganisator Peter Klarhorst freute, ärgerte einige Anwohner dort. Sie befürchteten eine zu große Lärmbelästigung durch die Fußball-Übertragung.
Aber zurück auf den Magnikirchplatz: Dort geht der Markt mit anspruchsvollem Kunsthandwerk und mehr als 40 Ausstellern am heutigen Sonntag zwischen 10 und 18 Uhr weiter.
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