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Bühne frei für klare Fakten

Die Open-Air-Veranstaltungen auf dem Burgplatz – hier die „West Side Story“ aus 2014 – sind publikumsträchtige Leuchttürme im Spielplan des Staatstheaters Braunschweig. Foto: Beinhorn

Das Staatstheater untersucht in einer Studie seine Stellung bei den Menschen in der Region.

Von Andreas Konrad, 05.05.2015.

Braunschweig. Wer geht warum ins Theater und wer nicht? Das möchte das Staatstheater Braunschweig in zwei Schritten herausfinden. Die Ergebnisse des ersten wurden am Dienstag vorgestellt – mit zum Teil großen Überraschungen.

„Das Theaterpublikum ist insgesamt jünger geworden“, sagt Achim Müller vom Zentrum für Audience Development (ZAD) der Freien Universität Berlin, das im Zeitraum von Dezember 2013 bis November 2014 insgesamt 1045 Fragebögen, ausgefüllt von Besuchern, auswertete. Soweit die grundsätzlich positive Nachricht, gilt das Thema Theater doch bundesweit als eindeutig ein älteres. Dafür hat das Staatstheater in der Gruppe der treuesten Besucher, der über 60-Jährigen, leicht und in der Gruppe der 40- bis 60-Jährigen, aus denen sich später das Stammpublikum formiert, deutlich an Zuspruch verloren. Und daraus leitet sich der zweite starke Trend ab: der zum Gelegenheitsbesuch.
„Wir sehen diese Zahlen als großes Teilergebnis“, sagt Generalintendant Joachim Klement. „Wir wollten herausfinden, was sich verändert hat.“ Im Jahr 2009 führte das Staatstheater erstmalig eine Besucherbefragung durch. Anders als damals folgt nun in einem zweiten Schritt eine auf die Ergebnisse abgestimmte Befragung der Nicht- und Neubesucher. Per Telefon sollen im Laufe der nächsten Wochen mehr als 600 zufällig ausgewählte Menschen der Region zum Theater befragt werden. Fallweise wird es auch ein weiterführendes Interview geben – so der Anrufer zustimmt. Besonderes Augenmerk soll dabei auf die Zielgruppe der 40- bis 60-Jährigen gelegt werden und auf die Frage, wie man Gelegenheitsbesucher besser an das Staatstheater binden kann. Auch der Anteil von Besuchern mit Migrationshintergrund soll näher hinterfragt werden, da er laut Studie deutlich hinter dem in der Bevölkerung zurückliegt. Vorstellbar wäre, so Klement, auch für diese Zielgruppe Angebote im Gesamtprogramm zu entwickeln.
Finanziert wird die Studie von der Stiftung für das Staatstheater Braunschweig. Deren Vorstandsvorsitzender Gernot Tartsch sagte: „Wir haben zwei Jahre Finanzen für die Durchführung angespart.“ Das habe auch deshalb so lange gedauert, weil das Stiftungskapital aufgrund der niedrigen Zinsen kaum noch Mittel für Projekte abwerfe und man immer stärker auf Spenden angewiesen sei, so Tartsch weiter.
Ob das Geld am Ende auch gut eingesetzt war, wird wohl erst die nächste Befragung zeigen. Für alle Interessierten, die sich bis dahin intensiv mit der aktuellen Studie beschäftigen möchten, hat das Staatstheater eine Veröffentlichung des Gesamtwerkes auf seiner Homepage für Anfang nächster Woche angekündigt.
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