Anzeige

„Brunsvigenzchen“ der 80er

Cappuccino, Jule Frenk, Tom Ruhstorfer, Arne Stephan, Anika Loffhagen und Louie bilden stilistisch alle Facetten der 80er-Jahre ab. Foto: oh

Peter Schanz und die Jazzkantine inszenieren mit „Da Da Da“ eine Reise in die Vergangenheit.

Von André Pause, 22.02.2014.

Braunschweig. Ein Spiegelbild Braunschweiger Identität, die Visualisierung der Jugend- und Musikkultur der 80er-Jahre in der Stadt, aber auch darüber hinaus – das möchte das Duo Christian Eitner und Peter Schanz gemeinsam mit der Jazzkantine dem Publikum im Kleinen Haus des Staatstheaters bieten.

Die Premiere des Braunschweigicals „Da Da Da“ ist am 28. August. Eine Revue soll es werden, keine stringent durch den Abend erzählte Geschichte, eher kleine Schlaglichter, Puzzleteile, die zusammen ein stimmiges Bild geben, ein musikalisches Navigationssystem durch die damalige Zeit, skizzieren die Macher, die in den vergangenen Jahren als Schöpfer des Ölperiums sowie der Stücke „Braunschweich, Braunschweich“ und „Unser Eintracht“ in Erscheinung getreten sind.
Nun haben sie sich die 80er vorgeknöpft. Die Zeit war doch grausam, mögen manche, die dabei waren, einwenden und meinen damit vor allem die eine oder andere verzichtbare Modesünde: Leggins, Cowboystiefel oder Schulterpolster beispielsweise. Und dann diese Frisuren, also nein. Allerdings waren die 80er in vielerlei Hinsicht spannend, und das nicht nur modisch. Kohl wurde und blieb Kanzler, Nicole sang „Ein bisschen Frieden“, Boris Becker gewann Wimbledon und auf dem Pausenhof der Schulen wurde fleißig am Zauberwürfel gedreht. Musikstilistisch war das Jahrzehnt ein Sammelbecken und parallel zu den Musikgeschmäckern prägen sich in nicht immer friedlicher Coexistenz unterschiedliche Lebensstile und Subkulturen heraus: Popper rümpften die Nasen über Punks, dort wiedererwachten die Teds und stänkerten gegen Mods, dazwischen der Öko in Jesuslatschen und der kuttenbehangene Metaller – Waver, Gruftis und NDW-Fans nicht zu vergessen.
Das alles soll nun auf der Bühne zum Leben erweckt werden. „Die Typen stehen jeweils für den strukturellen Ansatz der Lebens- und Daseinsstile“, skizziert Regisseur Peter Schanz. Die gab es damals noch. „Die 80er sind das letzte Jahrzehnt mit typischen Jugendkulturen. Danach hat sich alles immer mehr vereinheitlicht“, meint Jazzkantinen-Chef Christian Eitner, der die musikalische Leitung von „Da Da Da“ innehat.
Das für Eitner-Schanz-Projekte typische Lokalkolorit soll auch dieses Mal wieder anekdotenhaft transportiert werden, „Brunsvigenzchen“ nennt der Regisseur die Einsprengsel. Das können sowohl Erinnerungen an die Diskotheken Atlantis und Jolly Joker, an die der Eröffnung der Fußgängerzone Magnitor, an den Tod Victoria Luises oder an unvergessliche Abende im Freizeit- und Bildungszentrum sein. „Zudem werden wir, gerade wo der Verlust des FBZ so heiß diskutiert wird, versuchen den Zauber der Kultstätte zu reproduzieren. Und wir werden auf Entdeckungsreise gehen und forschen, wie solche Orte damals überhaupt entstehen konnten“, so Eitner, der im Vorfeld insgesamt 89 Musikstücke der Dekade gesammelt hat, die eigentlich „alle unverzichtbar sind“. Zu viele für das Programm. Zu hören sein werden letztlich 55 Titel, zum Teil als Medley.
Auf der Bühne sind größtenteils die üblichen Verdächtigen zu sehen. Cappuccino, Jule Frenk, Tom Ruhrstorfer, Lars „Louie“ Bottmer und Musical-Darsteller Arne Stephan wirken mit. Einzig die Sängerin und Tänzerin Anika Loffhagen ist neu dabei.
Der Vorverkauf hat bereits begonnen. Weitere Informationen gibt es unter www.staatstheater-braunschweig.de.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.